Tesla 3: Schöne Präsentation, was nun?

Tesla 3: Schöne Präsentation, was nun?

von Peter Vollmer

Mit dem Tesla 3 will der Kalifornische Autobauer das E-Auto etablieren und endlich in die Gewinnzone rutschen.

Natürlich weiß Elon Musk, wie er das Auto vorstellt, das nicht seinem Unternehmen, sondern auch der gesamten E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen soll. Ganz in schwarz, vor ausgewählten Tesla-Fans und mit einer Lockerheit, für die in der Auto-Branche bislang kein Platz zu sein schien, trat er am Donnerstagabend auf die Bühne.

Aber all das ist nicht neu. Neu ist der Wagen, der 345 Kilometer Reichweite haben soll - im kleinsten Modell. Das ist keine Limousine mehr, sondern tatsächlich ein Mittelklassewagen. Der mit 35.000 US-Dollar auch preislich am oberen Ende dessen liegt, was Normalsterbliche für ein Auto bezahlen. Dazu kommt natürlich das Versprechen, gleich noch die Lade-Infrastruktur mit den eigenen Superchargern mitzurevolutionieren.

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In den USA wird der Wagen dank staatlicher Förderung noch deutlich günstiger sein. Dazu wird es  - das steht bereits fest - einen Autopiloten geben, einen Kofferraum vorne und hinten und eine Null-auf-100-Beschleunigung von unter sechs Sekunden - aber das ist für Elektromotoren ja schon fast nichts Besonderes mehr.

Kein Tesla 3 vor Dezember 2017

Die ersten Modelle werden erst Ende nächsten Jahres ausgeliefert. Bevorzugt an Bestandskunden. "115.000 Fahrzeuge sind bereits bestellt", erklärte Musk auf der Bühne, einen Bestell-Zähler hinter ihm. Auf dem man anderthalb Stunden nach seiner Rede bereits die 140.000 sehen konnte - "140 Millionen Dollar für ein blind bestelltes Auto", zeigte sich auch unser US-Korrespondent Matthias Hohensee überrascht.

Der im neuen Tesla übrigens schon mitfahren durfte, zumindest in einem Prototyp. Gefahren von Chefingenieur Doug Field höchstpersönlich, allerdings nur vier Minuten lang. Fazit der Spritztour: Schöne Beschleunigung, schmale Rückbank, aber am Ende eben auch nur ein Auto. (Seinen Bericht können Sie hier nachlesen.)

Viele Vorbestellungen - allerdings unverbindlich

Und so stellt sich am Ende doch die Frage, ob das Modell 3 den Markt verändern wird. Die Vorbestellzahlen werden immer beeindruckender, lagen am Samstagmorgen schon bei über 230.000 - allerdings ist die Vorbestellung nicht verbindlich.

Now 232k orders

— Elon Musk (@elonmusk) 2. April 2016

Im Vergleich zu den insgesamt 50.000 verkauften Teslas in 2015 eine Menge. Im Vergleich zu den 350.000 Autos, die alleine VW 2015 in den Staaten verkauft hat, noch nicht.

Und gerade in Europa könnte die Ladeinfrastruktur zur Achillesferse werden - denn in der Mittelklasse haben die Käufer kein Eigenheim, das sie mal eben um eine E-Tankstelle erweitern können. Es gibt weniger Subventionen und die Bauteile müssen aus Kalifornien herübergeschifft werden - in einem Werk im niederländischen Tilburg werden diese dann fertigmontiert.

Auf in die automobile Zukunft! #tesla pic.twitter.com/jTb5lAZcnR

— Ralf-Roman Schmidt (@ralf_roman) 2. April 2016Während die ersten deutschen Nutzer auch schon bestellen können, wird eben erst Ende 2017 geliefert - Zeit für die europäischen Autobauer, mit ihren eigenen Fahrzeugen noch nachzulegen. Opel etwa will Chevys Volt zu einem eigenen E-Auto ummodeln - bislang ist der Volt der erfolgreichste Mittelklasse-Stromer. Das Ampera-e genannte Modell soll 320 Kilometer Reichweite bieten und nicht viel mehr als der Tesla 3 kosten, kommt aber bereits einige Monate früher auf den Markt. Allein den Glanz der Marke Tesla, den nicht zuletzt Elon Musk mit großem Aufwand aufgebaut hat, wird so bald kein europäischer Hersteller von Mittelklassewagen kopieren können.

Hier können Sie sich die Vorstellung noch einmal im Video anschauen:



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