Testprojekt: Bei zu viel Strom stabilisiert Windkraft das Netz

Testprojekt: Bei zu viel Strom stabilisiert Windkraft das Netz

von Wolfgang Kempkens

Bei zu viel Strom kann Windkraft mit sogenannter "Regelenergie" das Netz stabilisieren - ohne Zeitverzug.

Auch Windkraft kann künftig ihren Beitrag dazu leisten, das Stromnetz zu stabilisieren - zuminest, wenn zu viel Strom im Netz ist. Das konnte der deutsche Windanlagenbauer Enercon bei einem Testprojekt zeigen.

Schauplatz von „R2 Wind“, so der Name des Enercon-Projekts, war der belgische Windpark Estinnes. Dort produzieren elf der größten Enercon-Mühlen Strom, die eine Leistung von jeweils 7,5 Megawatt haben.

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Wenn der belgische Übertragungsnetzbetreiber Elia feststellt, dass zu viel Strom ins Netz eingespeist wird, sendet er Steuersignale an die Estinnes-Mühlen. Deren Rotorblätter verstellen sich dann automatisch, sodass weniger Strom produziert wird. Der zweimonatige Test zeigte, dass die Rotorblätter ohne Zeitverzug auf die Befehle reagierten.

Elia hat zehn Megawatt, das sind rund 20 Prozent der Gesamtleistung des Parks, als negative Regelenergie zertifiziert. Das bedeutet, der Windparkbetreiber WindVision muss jederzeit garantieren, dass er innerhalb von 15 Minuten die Leistung um zehn Megawatt reduzieren kann. Bisher geht es ruppiger zu, wenn zu viel Strom ins Netz eingespeist wird. Dann werden einzelne Mühlen oder auch ganze Windparks vorübergehend abgeschaltet.

Sollte es künftig mit solch einer intelligenten Steuerung möglich sein, Anlagen gezielter anzusteuern, bräuchten keine Anlagen mehr abgestellt werden. Bei Strommangel im Netz können die Mühlen allerdings nichts machen. Sie stellen lediglich „negative Regelenergie“ bereits, wie die Drosselung der Produktion fachmännisch heißt. Bei Windstille können sie das natürlich nicht, weil sie dann ohnehin nichts produzieren. Die Teilnahme am Regelenergiemarkt ist lukrativer als die kontinuierliche Stromproduktion. Die Prämien, die die Betreiber für die Netzstabilisierung zahlen sind weitaus höher als die Erlöse aus der Stromproduktion.

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