The Solutions Project: So schafft Deutschland 100 Prozent Erneuerbare

The Solutions Project: So schafft Deutschland 100 Prozent Erneuerbare

von Peter Vollmer

US-Forscher haben sich für 139 Staaten angeschaut, wie künftig 100 Prozent Erneuerbare möglich wären.

Es klingt nach dem Plan eines verrückten Professors: Mark Z. Jacobson von der Stanford University in Kalifornien hat für 139 Staaten Roadmaps entwickelt, wie bis 2050 eine Vollversorgung mit Erneuerbaren möglich ist – auch im Verkehrs- und Wärmesektor.

Unter dem Namen "The Solutions Project" wollen die Kalifornier zeigen, wie günstig Erneuerbare künftig die Energieversorgung machen werden. Das Projekt besteht seit 2011 und sollte zunächst – mit Hilfe einiger Prominenter – einen Weg für 50 Staaten in den USA aufzeigen, wie sie 100 Prozent Erneuerbare erreichen könnten. Nun haben sich die Forscher also die ganze Welt vorgenommen.

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Allerdings ist der Begriff "Roadmap" etwas irreführend – Jacobson und sein Team haben sich lediglich angeschaut, wie es im Jahr 2050 ohne fossile Brennstoffe aussehen könnte. Ganz verrückt ist das ganze also doch nicht - auch den Forschern ist bewusst, dass Elektroflugzeuge oder flächendeckende Stromheizungen in den kommenden Jahren noch nicht zum Alltag gehören werden.

Schaut man also für Deutschland, wie sich 2050 der Energiemix zusammensetzen müsste, damit 100 Prozent erneuerbare Energien möglich sind, sieht es recht übersichtlich aus: Etwas über 50 Prozent Windenergie, etwas unter 50 Prozent Solarenergie, schon ist das Land vollversorgt.

Wichtigste Faktoren wären Onshore-Windanlagen und Solarparks, die je 35 Prozent des Energiebedarfs liefern sollen. Interessantes Detail: Die Forscher gehen davon aus, dass Deutschland mit Erneuerbaren über 30 Prozent weniger verbrauchen wird als mit fossilen Brennstoffen.

Weniger Gesundheitskosten, mehr Flächenbedarf

Der Flächenbedarf für Energieanlagen würde dann 1,6 Prozent der deutschen Landesfläche betragen – für Landschaftspuristen ein hoher Preis.

Wer gerne tief durchatmet oder bei einer Krankenkasse arbeitet, dürfte hingegen begeistert sein: Deutschland würde jährlich rund sieben Prozent des BIP sparen, weil die Gesundheitskosten um rund 370 Milliarden US-Dollar im Jahr sinken würden.

Dass Deutschland auch bei den Stromkosten sparen würde, fällt da kaum noch ins Gewicht. 8.5 Cent sagen die Forscher pro Kilowattstunde voraus. Die Fossilen dürften 2050 bei elf Cent sein; wenn die Umwelt- und Gesundheitskosten künftig eingepreist würden bei knapp 17 Cent.

Für jedes Land haben die Forscher auch eine schöne Infografik gebastelt. Zu sehen sind diese auf der Homepage des Solution Projects.

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