Transit Elevated Bus: China erfundener Tunnel-Bus

Transit Elevated Bus: China erfundener Tunnel-Bus

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Im vergangenen Jahr war dieses Prototyp des Busses der Öffentlichkeit präsentiert worden.

von Stephan ScheuerQuelle:Handelsblatt Online

Eine chinesische Firma warb mit einem tollkühnen Plan um Investorengelder: Ein futuristischer Schienenbus sollte über Autos hinwegrollen und so niemals im Stau stehen. Jetzt sagt die Polizei: Alles war Betrug.

Der Geschäftsmann Bai Zhiming hatte an alles gedacht. In einem Werbevideo pries der die Vorzüge seiner Innovation an. Ein Schienenbus sollte ein für alle Mal die Verkehrsprobleme in den Megametropolen dieser Welt lösen.

Der acht Meter breite und 4,5 Meter hohe Transit Elevated Bus (TEB) sollte einfach über die schleichenden Autos hinwegfahren. Mit dieser Idee sammelte Bai fleißig Gelder von Investoren ein – bis ihm die Polizei auf die Schliche kam.

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Noch vergangenes Jahr hatte Bai einen Prototypen des Busses der Öffentlichkeit präsentiert. Wer an der Zukunftstechnik mitverdienen wollte, musste jedoch tief in die Tasche greifen. Bai verlangte Investitionen von mindestens einer Millionen Yuan (rund 130.000 Euro).

Doch dem Unternehmer ging es nur ums Geld. Das Projekt sei unrealistisch gewesen, teilte die Pekinger Polizei mit – und nahm Bai sowie 31 seiner Mitarbeiter der Firma Huaying Kailai Asset Management Co. Ltd fest.

„Die Rechte der Investoren werden im Einklang mit dem Gesetz geschützt“, kündigte die Polizei in ihrer Mitteilung an. Sie rief alle Geldgeber auf, sich bei den Behörden zu melden.

Über den Stau China testet elektrischen Brücken-Bus

Der "Straddle Bus", der mit seiner ungewöhnlichen Form jeden Stau einfach überfährt, hat seinen ersten öffentlichen Testlauf hinter sich gebracht.

Der TEB-1 bei einem Testlauf einen Tag vor der Eröffnung - LKW dürfte dieser Prototyp noch nicht überfahren. Quelle: AP

630 Millionen Euro eingesammelt

Das chinesische Medium „Pengpai“ berichtete, Bai und seine Komplizen hätten insgesamt 4,9 Milliarden Yuan (rund 630 Millionen Euro) von gutgläubigen Anlegern eingesammelt. Die Teststrecke sei jedoch vergangenen Monat abgerissen worden, der Prototyp des Busses stehe nutzlos auf einem Parkplatz rum.

Bai hatte sogenannte Peer-to-Peer-Kredite benutzt, um sein Projekt zu finanzieren. Dabei handelt es sich um Kredite, die von Privatpersonen ohne ein Finanzinstitut als Vermittler vergeben werden.

Chinas Staatsbanken vergeben meist große Kredite an Staatsunternehmen, jedoch kaum an Privatleute sowie kleine und mittelständische Firmen. Daher floriert das Geschäft mit P2P-Krediten. Nach mehreren Skandalen versucht die Zentralbank mittlerweile jedoch, die Branche stärker zu regulieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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