Trend: Stadtwerke vermieten jetzt Solaranlagen für das Hausdach

Trend: Stadtwerke vermieten jetzt Solaranlagen für das Hausdach

von Wolfgang Kempkens

In den USA ist das Leasing von Solaranlagen üblich – jetzt kommt der Trend nach Deutschland.

Eigenheimbesitzer, die im Bereich der Stadtwerke Heidelberg leben, können neuerdings einen lukrativen Service nutzen. Der Energieversorger montiert auf Wunsch kostenlos Solarzellen auf ihr Dach, die bevorzugt den Stromverbrauch im Haus decken.

Der Hausbesitzer zahlt für die Anlage eine monatliche Pachtgebühr, statt einmaliger Installationskosten in Höhe von mehreren tausend Euro. Kann der Eigenheimbesitzer den Ökostrom nicht verbrauchen, fließt er ins öffentliche Stromnetz. Die Stadtwerke vergüten ihn mit der aktuellen Einspeisevergütung, die bei knapp 13 Cent pro Kilowattstunde liegt.

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Ersparnis von 25 Euro im MonatIn den USA sind solche sogenannten Leasingmodelle schon seit Jahren erfolgreich am Markt. So hat das Unternehmen Solar City die Dachkraftwerke zum Leihen schon auf rund 170.000 Häusern installiert. Durch den Eigenverbrauch von Solarstrom sparen die Eigenheimbesitzer im Vergleich mit dem Strombezug von einem externen Anbieter Geld.

Das ist auch in Deutschland der Fall. In einer Beispielrechnung liegt die Ersparnis bei den Stadtwerken Heidelberg bei rund 45 Euro im Monat. Zugrunde liegt dabei ein Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden und ein Preis von 28 Cent pro Kilowattstunde.

Während der Lebensdauer der Solaranlage von 25 Jahren spart der Hausbesitzer, so die Modellrechnung, rund 6500 Euro ein. 36 Prozent des Stroms, den er dabei verbraucht, stammt direkt aus den Solarzellen auf dem Dach. Ein Batteriespeicher, der den Eigenverbrauch weiter erhöht, ist nicht vorgesehen.

Leasing liegt im TrendDie Einsparungen resultieren vor allem aus dem Wegfall sämtlicher Abgaben für selbst verbrauchten Strom. Netzentgelte, EEG-Umlage und diverse Steuern sind für fast 50 Prozent der Stromkosten verantwortlich.

Das Modell hat der Aachener Stromversorger und Dienstleister Trianel entwickelt (die Technik kommt vom Hamburger Solarunternehmen Conergy), der sich im Besitz von knapp 60 kommunalen Energieversorgern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befindet. Diese – und sogar Stadtwerke, die nicht zu den Trianel-Eignern gehören – können es ihren Kunden anbieten. Die Stadtwerke Heidelberg sind die Vorreiter.

Ein ähnliches Leasingmodell, allerdings mit der Option auf einen Batteriespeicher, bietet auch das Hamburger Startup DZ4 an. Das Jungunternehmen war einer der ersten Anbieter eines Pachtmodells in Deutschland und scheint damit nun Nachahmer zu finden. Denn auch die Stadtwerke Stuttgart haben für Kunden mittlerweile die Solarpacht im Angebot.

Einer der positiven Aspekte der Entwicklung ist, dass sich nun auch weniger betuchte Eigenheimbesitzer ein Solarkraftwerk auf das Dach setzen können. Ein Kredit ist jetzt nicht mehr nötig.

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