Trotz hoher Nachfrage: Teslas Börsenkurs bricht ein

Trotz hoher Nachfrage: Teslas Börsenkurs bricht ein

von Jürgen Klöckner

E-Autobauer Tesla eilt von einem Verkaufsrekord zum nächsten. Dennoch brach nun der Börsenkurs ein. Sind Lieferengpässe schuld?

Seit drei Monaten ist der US-Elektroautohersteller Tesla auf dem europäischen Markt, in den USA gehört er bereits zu den Häuptlingen im Premiumsegment. Experten trauen dem Neuling nichts weniger als die Revolution der Automobilindustrie zu. Mit Spannung schauten sie deswegen auf die Zahlen für das dritte Quartal 2013, die der Hersteller jetzt vorstellte.

Unternehmenschef Elon Musk vermeldete zwar grundsätzlich positives - man habe 5.500 E-Sportwagen vom Typ Model S ausgeliefert, davon 1.000 nach Europa. Zudem nehme die Nachfrage kontinuierlich zu. An den Börsen rutschte die Aktie dennoch um elf Prozent ab. Analysten hatten mit einem Absatz von 5.800 Autos gerechnet  - deren postive Erwartungen bescherten Tesla über das Jahr einen Börsenwert von fast 19 Milliarden Dollar.

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Offenbar fällt es dem Unternehmen zunehmend schwerer, die hohe Nachfrage zu bedienen. "Es stehen nicht genügend Batterien zur Fertigung bereit", erklärte Musk in einer Telefonkonferenz. In Deutschland etwa wurden im September gerade einmal knapp 100 Teslas zugelassen, während die tatsächlichen Verkäufe deutlich darüber liegen dürften. Mit langen Wartezeiten ist Tesla allerdings nicht alleine. Käufer des BMW i3, der im November auf den Markt kommt, müssen sich bis zu vier Monate auf ihr neues Elektroauto gedulden.

Rekordumsatz, aber rote ZahlenDamit will man sich bei Tesla allerdings nicht begnügen. Musk kündigte an, die Produktion so schnell wie möglich auszubauen. Derzeit verlassen 550 Modelle pro Woche die Tesla-Hallen. Erst vergangene Woche schloss der Autohersteller einen Deal mit dem japanischen Batteriehersteller Panasonic, der in den kommenden vier Jahren 1,8 Milliarden Lithium-Ionen Batterien liefern wird. Zudem erwägt man den Bau einer eigenen Batterie-Fabrik - die natürlich emissionsfrei und ohne giftige Schadstoffe betrieben werde.

Trotz der Engpässe ist Tesla eine Erfolgsgeschichte. Der Umsatz betrug im abgelaufenen Quartal rund 603 Millionen Dollar und damit mehr, als Analysten erwartet hatten. Dennoch schaffte es der E-Pionier nicht aus den roten Zahlen. (Verlust: 38 Millionen Dollar).

Neue Schnellladestationen in Nordamerika und Europa sowie Millioneninvestitionen in ein dichtes Händlernetz sollen Tesla 2014 zum Erfolg führen. Dann soll auch ein E-SUV auf den Markt kommen - was auch Sinn macht. Die Straßen-Jeeps werden laut Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer 2020 schon ein Drittel der verkauften Autos ausmachen.

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