Trotz immer mehr Grünstrom im Netz: EEG-Umlage sinkt ab 2023

Trotz immer mehr Grünstrom im Netz: EEG-Umlage sinkt ab 2023

von Robert Habi

6,2 Cent pro Kilowattstunde bezahlen Verbraucher derzeit für die Energiewende – bald wird's billiger.

Die Investitionen in die Energiewende zahlen sich voraussichtlich schon in acht Jahren finanziell aus. Bauen Energieunternehmen, Genossenschaften und Kommunen weiterhin im derzeitigen Tempo Wind- und Solarparks, sinkt die EEG-Umlage ab dem Jahr 2023 bis 2035 kontinuierlich.

Das schreiben die Experten des Berliner Thinktanks Agora Energiewende in ihrer neuesten Untersuchung (hier zum Download), die auf Berechnungen des Öko-Instituts beruht. Strom wird demnach im Jahr 2035 zu 60 Prozent aus regenerativen Quellen stammen, ohne dass der reine Strompreis (derzeit im Schnitt zehn Cent) steigt. Sprich: Strom ist bis dahin sauberer geworden, aber nicht teurer.

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Teure Altanlagen fallen wegHauptsächlich kommt der Strom dann aus Windparks auf dem Land – Offshore-Windmühlen und Photovoltaik-Anlagen liegen dahinter.

„Der Hauptgrund für den absehbaren Rückgang (der EEG-Umlage) ist, dass von 2023 an die teuren Anlagen aus den Anfangsjahren des EEG ihren Vergütungsanspruch verlieren, während die neuen Anlagen bereits heute sehr kostengünstig Strom produzieren und weiterhin günstiger werden“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Die vergleichsweise teure Offshore-Windenergie sorgt vor dem Absinken der EEG-Umlage allerdings für einen leichten Anstieg um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde ab 2017. Derzeit liegt die EEG-Umlage noch bei 6,2 Cent pro Kilowattstunde Strom.

Strompreis-Sprünge unwahrscheinlichAllerdings: Die EEG-Umlage und der reine Strompreis bilden nicht die gesamten Kosten des Umbaus der Stromversorgung oder die Stromkosten für die Verbraucher ab.

Hinzu kommen zum reinen Strompreis (neben Steuern und Abgaben) unter anderem Kosten für neue Stromnetze und Kosten zum Beispiel für Reservekraftwerke, die in der Nacht oder bei Flaute für die Erneuerbaren einspringen. All diese Kosten sind in der Agora-Studie nicht berücksichtigt.

Diesen Fragen soll sich aber eine Folgestudie widmen. Sie soll zeigen, wie viel in die Stromversorgung bis 2035 investiert werden müsste und wie teuer sie wäre, wenn keine Erneuerbaren zugebaut würden und stattdessen weiter fossile Brennstoffe den Strom lieferten.

Erst wenn diese Studie vorliegt, lässt sich wirklich sagen, ob die Energiewende nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Geldbeutel der Verbraucher ein Gewinn ist.

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