Umweltproblem Smartphone: Wie nachhaltig ist die Mobilfunkbranche?

Umweltproblem Smartphone: Wie nachhaltig ist die Mobilfunkbranche?

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Viele Smartphones enden als Elektroschrott.

Wie fair und nachhaltig können Smartphones sein? Welche Verantwortung haben die großen Konzerne? Oder der einzelne Nutzer, der stets nach dem neuesten Produkt lechzt? Der Mobile World Congress in Barcelona widmet sich auch diesen Fragen - wenn auch nur am Rande.

Es ist eine große Inszenierung. Auf der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona werden auf gigantischen Shows die allerneusten Smartphones und Tablets präsentiert. Der Markt ist ein Milliardengeschäft, die Konzerne liefern sich einen harten Kampf um die Kunden. Was bei all dem Spektakel schnell übersehen wird: Es ist ein Geschäft, das oft zu Lasten der Umwelt geht. „Die Hersteller verursachen mit ihren kurzlebigen Geräten und unnötig schnellen Produktzyklen massive Umweltschäden und katastrophale Arbeitsbedingungen“, sagt Manfred Santen, Elektronik-Experte von Greenpeace, auf dem Mobile World Congress.

Seit Einführung des ersten iPhones vor zehn Jahren wurden laut Marktforschern über sieben Milliarden Smartphones produziert, viele von ihnen sind längst Elektroschrott. Santen appelliert an Samsung, Apple, Huawei und Co, Produkte künftig so zu bauen, dass Schäden leichter behoben und Module besser ausgetauscht werden können. Denn: „Jedes reparierte Smartphone schont Ressourcen.“

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Was macht die Produktion so problematisch? Für die Herstellung werden wertvolle Edelmetalle und sogenannte Seltene Erden benötigt, die mittels gesundheitsschädigender Chemikalien gefördert werden. Auch fügt die Jagd nach immer größeren Rohstoffmengen der Natur massiven Schaden zu und kann dazu führen, dass manche Ressourcen schon bald erschöpft sind.

Wer 2016 die meisten Smartphones verkaufte

  • Platz 1

    Koreas Elektronikriese Samsung konnte 2016 306.446.600 Smartphones verkaufen. Das entspricht einem Marktanteil von 20,5 Prozent.

  • Platz 2

    14,4 Prozent der 2016 verkauften Smartphones kamen von Apple: 216.064.000 Stück.

  • Platz 3

    Huawei konnte 2016 132.824.900 Smartphones verkaufen. Das sind 8,9 Prozent Marktanteil für das chinesische Unternehmen.

  • Platz 4

    Ebenfalls ein chinesischer Konzern ist Oppo. Der Hersteller konnte 2016 89.299.500 Endkunden für den Kauf seiner Smartphones begeistern. Marktanteil: 5,7 Prozent.

  • Platz 5

    BKK Communication Equipment hatte 2016 einen Marktanteil von 4,8 Prozent. Das chinesische Unternehmen konnte 72.408600 Smartphones verkaufen. Allerdings sind in dieser Rechnung nicht die gesondert aufgeführten Zahlen von Oppo enthalten. Das Unternehmen ist eine Tochter von BKK.

  • Andere

    Den größten Marktanteil machen weitere Hersteller aus: 45,6 Prozent des Smartphone-Marktes 2016 entfallen auf "Andere". Das sind 682.314.300 Stück.

  • Gesamt

    Insgesamt wurden 2016 1.495.358.000 Smartphones verkauft.

    Quelle: Gartner

Hinzu komme der massive Energieaufwand: In den vergangenen zehn Jahren verschlang die Smartphone-Produktion laut Greenpeace weltweit 968 Terawattstunden Strom, das entspreche der kompletten jährlichen Energieversorgung Indiens. „Angesichts dessen sollte man sich wirklich Gedanken darüber machen, ob man einen Vertrag braucht, der einem jedes Jahr ein neues Handy beschert“, meint Santen.

Einen nachhaltigen Ansatz verfolgen Unternehmen wie Puzzlephone oder Fairphone: „Im Kongo riskieren Menschen ihr Leben in Minen, um Mineralien zu gewinnen, damit die Nutzer immer neuere und dünnere Smartphones bekommen“, sagte Fairphone-Gründer Bas van Abel. „Wir haben uns gefragt: Wie macht man ein Smartphone, mit dem man etwas verändern kann?“ So produziert das Unternehmen Geräte, deren Module austauschbar sind und die recht einfach repariert werden können.

Meer der Monotonie Die Smartphone-Bauer stecken im Innovations-Dilemma

Mit immensem Aufwand trommeln Smartphone-Hersteller wie Huawei, LG und Nokia auf dem MWC für ihre Handyneuheiten. Aber die haben fast alle das gleiche Problem.

Nokia Quelle: dpa

Bisher wurden mehr als 125 000 Fairphones verkauft. Und für ihren Ansatz, möglichst ohne Ausbeutung von Mensch und Natur zu produzieren und eine Bewegung für fairere Elektronik voranzutreiben, wurden die Niederländer mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.

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