Unterwasserkraftwerk: Großbritannien unterstützt Pilotprojekt mit 600.000 Euro

Unterwasserkraftwerk: Großbritannien unterstützt Pilotprojekt mit 600.000 Euro

von David Sahay

Ein schwedisches Unternehmen will mit Unterwasser-Kites Strom erzeugen. Ein Pilotprojekt ist in Irland gestartet.

Es ist die vielleicht ungewöhnlichste Idee, aus Wasserströmungen Energie zu gewinnen - und eine der vielversprechendsten. Jetzt geht der Versuch in die zweite Runde, mithilfe von Unterwasser-Kites Strom zu gewinnen. Möglich wird das durch einen Zuschuss der britischen Regierung.

Die rund 835.000 Dollar (ca. 600.000 Euro) Fördergelder will das schwedische Unternehmen Minesto nutzen, um die Testphase des Deep Green genannten Pilotkraftwerks fortzusetzen. Derzeit dreht ein Prototyp im nordirischen Naturhafen Strangford Lough seine Runden. Im Maßstab 1 zu 4 wird hier ein Meeres-Lenkdrachen getestet.

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Dabei ist Deep Green den Kites aus der Luft sehr ähnlich. Mit einer Spannweite von 8 bis 14 Metern pflügen die extrem leichten Stromerzeuger angetrieben von der Strömung durch das Meer. Durch die entstehende Bewegung fließt Wasser durch ein Schaufelrad. An ihrem Bauch tragen die Kites einen Generator zur Stromerzeugung. Dabei beschreibt die Bewegung an dem Halteseil kontinuierlich die Form einer Acht (wir hatten an dieser Stelle schon über das Projekt berichtet).

Über ein Kabel, das in das Halteseil integriert ist, fließt der produzierte Strom in eine Sammelstation auf dem Meeresgrund. Per Seekabel wird er von dort an Land transportiert. Den ganzen Vorgang macht diese Grafik deutlich:

Schon kleine Spannweiten genügen, um nennenswerte Mengen Strom zu produzieren, glauben die Entwickler. Das liegt daran, dass Wasser ein weitaus dichteres Medium ist als Luft. Neben diesem Vorteil hat das Unterwasserkraftwerk einen weiteren Pluspunkt gegenüber seinem Pendant aus der Luft:  In einer Tiefe von 50 bis 300 Metern sind die Kraftwerke nicht zu sehen. Da die Meeresströmung rund um die Uhr verfügbar ist, bleibt die Energieproduktion konstant.

Der Geschäftsführer von Minesto, Ander Jansson, gibt an, dass ein Kite je nach Spannweite und Standort eine Leistung von 150 bis 800 Kilowatt erreichen kann. Ein Kitepark mit einer Leistung von einem Megawatt würde etwa 2,4 Millionen Euro kosten.

Hier ein Film, in dem der Unterwasser-Kite seine Runden dreht:

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