US-Studie: Stromspeicher bei hohem Strombedarf ziemlich rentabel

US-Studie: Stromspeicher bei hohem Strombedarf ziemlich rentabel

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Akkus - hier in der Produktion der Deutsche ACCUmotive - werden immer größer. Stationäre Speicher lohnen sich laut einer US-Studie schon heute.

von Ruth Herberg

Eine KcKinsey-Studie zeigt, dass sich Speicher für Büros und Schulen bereits lohnen - und prognostiziert ein rasantes Marktwachstum in den 2020ern.

Erreicht Deutschland sein ehrgeiziges Ziel, den Strom bis 2050 ausschließlich aus erneuerbaren Quellen zu beziehen? Eine neue Studie macht optimistisch. Denn dass Speicher zu teuer und technisch noch nicht ganz ausgereift sind, dürfte sich bald ändern: Die Unternehmensberatung McKinsey & Company sagt dem massenhaften Speichern von Strom für die nahe Zukunft ein beträchtliches Potenzial voraus.

"Wenn die Technik weiter reift, könnte die weltweite Kapazität zur Energiespeicherung in den nächsten 20 Jahren auf 1.000 Gigawatt steigen", prognostizieren Paolo D’Aprile, John Newman und Dickon Pinner. Das Speichern lohne sich aber bereits heute, heißt es – zumindest in gewissen Bereichen.

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Verbraucher können Kosten reduzieren

In ihr Modell haben die Autoren unterschiedliche Daten wie Energieerzeugung und-verbrauch, Merkmale von Batterien und Akkus inklusive Preis und Leistung sowie Strompreise und –tarife (allerdings aus den USA) einbezogen. Mit diesen Zahlen haben sie ausgerechnet, welcher Art und wie groß ein Speicher sein müsste, um in Zukunft etwa große Mengen an Solarenergie in die Nacht retten zu können.

Strom zu speichern lohnt sich in einigen Situationen aber schon heute, hat das Team von McKinsey & Company errechnet - und sich dazu verschiedene Immobilieneinheiten in sechs Städten angeschaut. Je nach Lage, Stromerzeugung und Einspeisevergütung schwanken die Voraussetzungen. Sind diese günstig, haben sich Speicher vor allem für die Hotels in der Untersuchung gelohnt. Ein kleines Hotel konnte mit seinem 30-Kilowattstunden-Speicher knapp 80 US-Dollar pro kWh sparen - also rund 2400 Dollar im Jahr.

Große Speicher könnten auch in Schulen und Büros profitabel arbeiten - allerdings eher im Bereich von 40 US-Dollar pro kWh. Die schlechte Nachricht: Für viele kleine Privathaushalte lohnten sich die Speicher in den USA noch nicht.

Energiespeicherung Methan aus Bioabfall und Windstrom

Methan kann chemisch erzeugt werden - das braucht viel Energie. Es gibt aber auch Mikroorganismen, die das Gas produzieren. Diese konnten dabei helfen, Windstrom zu speichern.

Lockenwickler-ähnliche Füllkörper im Festbettreaktor, auf denen sich die Mikroorganismen ansiedeln können.

Dabei dürften gerade die Haushalte einen besonderen Vorteil haben: In den USA müssen Stromkunden zusätzlich zu ihrem normalen Tarif teilweise eine weitere Abgabe zahlen, wenn sie die Energie zu Stoßzeiten beziehen. Hier kann sich das Speichern von Strom nach Ansicht von D’Aprile, Newman Pinner doppelt auszahlen – denn wer sich dank Heimspeicher diese "demand charge" spart, federt die Bedarfsspitzen ab - und schützt so auch andere Verbraucher vor dieser Abgabe.

Energiemärkte stehen vor einer Revolution

Der selbst erzeugte Strom spart nicht nur dem Verbraucher Geld ein - auch die Netzbetreiber könnten, wenn sie Zugriff auf große Speicher haben, das Stromnetz einfacher stabilisieren. Ein Kostenfakter, der bislang noch nicht genug gedacht werde. Und das sei keine Zukunftsmusik: Nach Einschätzung der Autoren sind Energiespeicher unter anderem wegen ihrer schnellen Ansprechzeit schon heute gut geeignet, um hier Abhilfe zu schaffen.

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Erst der Hype, jetzt der Kampf um Marktanteile: Teslas Powerwall ist gut, setzt sich aber nicht ab. Quelle: REUTERS

Die Autoren gehen nicht nur davon aus, dass sich die Kosten für das Speichern von Strom bis 2020 halbieren – die Technik könnte auch komplette Energiemärkte umkrempeln. „Es ist wichtig, zu wissen: Das Energiespeichern hat das Potenzial, die industriellen Strukturen, die die Energiemärkte im vergangenen Jahrhundert geprägt haben, auf den Kopf zu stellen“, resümieren sie ihre Arbeit. „Noch wichtiger ist es aber, darauf vorbereitet zu sein.“

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