Velo-City Konferenz: Die besten Fahrrad-Ideen

Velo-City Konferenz: Die besten Fahrrad-Ideen

von Felix Ehrenfried

Ein Holzfahrrad, neue Bike-Sharing Systeme und Fahrradeinkaufsdienste - das sind die interessanten Ideen der Velo-City 2013.

Am 11. Juni beginnt die Velo-City Konferenz  in der österreichischen Hauptstadt Wien. 1980 in Bremen gestartet, ist die Konferenz mittlerweile eines der führenden Foren, auf dem sich Experten in Sachen Fahrradfahren austauschen. Neben zahlreichen Vorträgen, Expertengesprächen und Vorführungen werden auch die Cycling Visonaries Awards verliehen. Ausgezeichnet werden Projekte und Ideen, die besonders zukunftsweisend, beeindruckend oder in einer anderen Form wichtig für das Fahrradfahren der Zukunft sind. WiWo Green hat drei interessante Projektvorschläge ausgewählt.

Byker – Bike Sharing für alleBike-Sharing ist eine feine Sache. Für kleines Geld kann man sich in jeder größeren Stadt ein Fahrrad für ein paar Stunden ausleihen. Anschließend wird das Fahrrad wieder an einer der Abgabestationen geparkt und steht für den nächsten bereit. Die heute schon gängigen öffentlichen Bike-Sharing-Systeme wie das der Deutschen Bahn haben jedoch einen Haken: Sie sind teuer. Die Betreiber müssen spezielle Fahrräder anschaffen, teure Ausleihstationen aufbauen und Bezahlmöglichkeiten einrichten. Das kostet gerne mal einige hunderttausend Euro. Damit lohnen sich solche Konzepte häufig nur für größere Städte mit einem entsprechenden Durchsatz an Fahrgästen.

Das dachten sich auch Rob Grisdale und Jack Payne, die zwei Entwickler von Byker. Die beiden Briten entwickelten mit ihrem Unternehmen Grand Scheme ein System, das es ermöglicht, schnell und kostengünstig ein Bike-Sharing-System aufzubauen. Dazu muss niemand teure Spezialräder anschaffen oder technisch aufwändige Verleihstationen installieren. Es genügt eine kleine Box, die am Lenker angebracht wird und mit einem Schloss am Rad des Fahrrades verbunden ist. Jeder Nutzer des Systems registriert sich online und erhält einen Zugangscode. Den tippt er in die Box ein und es kann losgehen.

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Ein integriertes GPS-Modul verfolgt die gefahrene Strecke und schützt vor Diebstahl. Ist die Tour zu Ende, stellt der Benutzer das Fahrrad einfach an einem dafür ausgeschriebenen Platz ab. Das Fahrrad verriegelt sich anschließend von selbst. Der Vorteil dieses Systems liegt auf der Hand: So taugt prinzipiell jedes Fahrrad zum Verleihbike. Ein Hinweisschild an bestehenden Fahrradständern genügt, um sie als Verleihstationen auszuweisen.

Das System hat Erfolg: In Newcastle, Heimatstadt der Erfinder, nutzen mittlerweile 2500 Personen die 150 Leihfahrräder. Jetzt wird das System nach Irland exportiert und weitere britische Städte werden bald Leihfahrräder mit dem Byker-System im Angebot haben.

Bikeshopper – Einkaufen via FahrradkurierDie Idee ist simpel. Über eine Plattform stellen Kunden ihre Einkaufswünsche zusammen. Diese erhält ein angemeldeter Fahrradfahrer via Email und besorgt die Einkäufe. Anschließend bringt er sie beim Kunden vorbei und erhält für seine Fahrt einen extra Verdienst. Mit der Idee des Bikeshoppers will die Erfinderin Julia Kopitschek das Fahrrad als Transportmittel für Lebensmittel im städtischen Umfeld etablieren.

Kunden könnten dabei vor allem ältere Leute und Menschen mit Gehbehinderungen sein, denen der eigene Weg zum Supermarkt zu mühselig oder ohne fremde Hilfe nicht möglich ist. Das System könnte einige Vorteile bieten. So spart es zunächst Sprit, da die privaten Fahrradkuriere Autos und Lieferwagen ersetzen. Außerdem soll der Einkäufer in den Supermärkten künftig einen Rabatt von zehn Prozent erhalten. Ein doppelter Anreiz: Zum einen spart der Fahrradfahrer beim Einkaufen, zum anderen bezahlen ihn seine Kunden.

Daneben bietet die Idee des Bikeshoppers auch einen Ansatz, um dem zunehmenden demografischen Wandel zu begegnen: Jüngere kaufen für Ältere mit dem Fahrrad ein, erhalten dafür einen kleinen Lohn und vergünstigte Lebensmittel – das hat durchaus Charme.

Bamboocycles: Das Fahrrad aus BambusholzDas könnte das I-Tüpfelchen für passionierte Fahrradfahrer mit Faible für nachhaltige Materialien sein: Ein Fahrrad aus Bambus. Das mexikanische Unternehmen Bamboocycles lässt diesen Traum wahr werden. Die Fahrräder sind alle handgefertigt und besitzen, wie der Name schon sagt, einen Rahmen aus Holz. Bisher sind drei Modelle im Angebot. Ein sportlicher Racer, ein gemütliches Fahrrad mit Damenrahmen für die Stadt und ein Laufrad für den Nachwuchs. Daneben fertigt das Unternehmen auch Fahrradaccesoires wie Laufräder, die jedoch nicht aus Bambus.

Wer jetzt denkt, das Ganze könne sich kaum jemand leisten, der irrt. Die beiden Fahrradmodelle Cruiser und Racer kosten jeweils rund 11 450 mexikanische Pesos. Das entspricht rund 720 Euro. Bisher ist der Bambus-Fahrspaß jedoch nicht in Deutschland erhältlich.

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