Wegfahrsperre fürs Bike: Linka schützt vor Fahrraddieben

Wegfahrsperre fürs Bike: Linka schützt vor Fahrraddieben

von Felix Ehrenfried

Mit Hightechkomponenten will ein neues Fahrradschloss Diebe in die Flucht schlagen. Aber ist das sicherer als das klassische Bügelschloss?

Ob E-Bike oder Singlespeed, auch teure Räder finden zunehmend ihre Abnehmer. Und gerade in Städten parkt das Rad schon mal unter offenem Himmel, wenn es im Sommer in den Biergarten geht.

Leider hat auch die Branche der Fahrraddiebe Konjunktur: Eine aktuelle Statistik zeigt, dass die Anzahl der Diebstähle steigt, die Aufklärungsquote aber stagniert. Immer mehr Startups machen aus dem Problem eine Geschäftsidee und entwickeln Schlösser, die den Dieben dank Hightech das Handwerk legen sollen.

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Der neuste Vertreter dieser Art heißt Linka und arbeitet mit dem Handy zusammen. Kernstück des smarten Schlosses aus kalifornischem Hause ist ein Bügel, der klassischen Rahmenschlössern zum Verwechseln ähnlich sieht. Einmal aufs Fahrrad montiert, blockiert Linka das Hinterrad mit einem Riegel, der sich zwischen die Speichen des hinteren Laufrads stellt.

Rahmenschloss 2.0Der Unterschied zu Omas Hollandrad liegt im Inneren des Schlosses: Hier werkeln unterschiedliche Sensoren wie GPS- und Bluetoothempfänger und erkennen, ob sich das Smartphone des Besitzers in unmittelbarer Nähe befindet. Dann entriegelt das Schloss automatisch.

Entfernt sich das bekannte Handy aber aus einem gewissen Radius, wird direkt das Hinterrad blockiert, ohne das der Besitzer etwas tun muss. Fahrrad abstellen, weggehen und automatisch abschließen lassen - so einfach soll Linka das Fahrrad vor Dieben schützen. Hat man einmal sein Smartphone vergessen, lässt sich das Schloss auch durch persönliche Pin-Eingabe direkt am Gerät entsperren.

100 Dezibel-Klingel gegen FahrraddiebeDaneben erkennt Linka auch, wenn jemand das Fahrrad wegträgt, ohne es vorher entsperrt zu haben. Dann schlägt eine angeblich 100 Dezibel laute Klingel Alarm und Langfinger in die Flucht. Gleichzeitig wird der Besitzer per Mitteilung auf dem Smartphone informiert.

Damit es allerdings erst gar nicht so weit kommt, soll das Schloss im direkten Kontakt mit den Plattform Bikeindex.org stehen. Hier sind Statistiken zu Fahrraddiebstählen erfasst. Will der Besitzer sein Fahrrad in einer besonders gefährdeten Gegend abstellen, meldet Linka, dass ein anderer Abstellplatz die sicherere Variante wäre.

Wer es noch sicherer wünscht, dem liefern die Hersteller eine schwere Stahlkette mit, die mit dem Linka abgeschlossen werden kann und das Fahrrad beispielsweise an einem Laternenpfahl ankettet. Dann ist der Gewichts-und Größenvorteil des kleinen Rahmenschlosses allerdings dahin.

Großer Erfolg bei KickstarterZur Realisierung von Linka haben die Entwickler eine Kickstarterkampagne ins Leben gerufen. Die ist mittlerweile beendet und erzielte statt der erhofften 25.000 US Dollar (knapp 22.000 Euro) mit knapp 124.000 US Dollar (rund 109.000 Euro) mehr als fünf Mal so viel. Jetzt gehen die Entwickler in die Produktion, bis das rund 100 Dollar (ca. 88 Euro) Schloss allerdings erhältlich sein soll, dürfte es noch bis Februar 2016 dauern.

Mit dem Linka kommt ein weiteres Schloss auf den Markt, das dank moderner Vernetzung Fahrraddiebstähle schwerer denn je machen will. Ähnliches bieten bereits Konkurrenten wie Skylock oder Lock8 an.

Ob die Variante „Rahmenschloss mit automatischer Verriegelung“ dabei eine besonders einfache und sichere Art der Fahrradsicherung ist, dürfte vor allem davon abhängen, wie gut das Schloss Smartphones erkennt. Und: Bei roher Gewalt, da sind sich Experten einig, hat ein schweres, stabiles Bügelschloss immer noch Vorteile.

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