Windkraft: Größte schwimmende Offshore-Anlage entsteht vor Schottland

Windkraft: Größte schwimmende Offshore-Anlage entsteht vor Schottland

von Lisa Hegemann

Schwimmende Offshore-Anlagen bieten einige Vorteile. In Schottland soll nun das bisher größte Projekt entstehen.

Offshore-Anlagen produzieren fast doppelt so viel Strom wie herkömmliche Windräder an Land. Auch deshalb werden sie immer beliebter: Bis 2020 könnte bis zu 40 Gigawatt Windkraft im Meer installiert werden, schätzt die European Wind Energy Association. Bisher lassen sich die Energielieferanten allerdings nicht in tiefen Gewässern verankern.

Deswegen gibt es sogenannte schwimmende Anlagen, mit denen die Windräder auch in großen Wassertiefen eingesetzt werden können. Vor der Küste Schottlands soll nun der größte schwimmende Offshore-Windpark der Welt entstehen. Die Regierung in Edinburgh habe für das sogenannte Hywind-Projekt ihr Einverständnis gegeben, berichtet das Nachhaltigkeitsportal edie.net.

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Fünf Windräder für 20.000 HaushalteDie Pilot-Anlage soll aus fünf Windrädern à sechs Megawatt bestehen. Die schwimmenden Windkraft-Anlagen sollen jährlich 135 Gigawattstunden an Strom produzieren, das entspricht dem Verbrauch von 20.000 Haushalten. Es wird die erste Anlage ihrer Art in Großbritannien sein. Mit dem Bau soll 2016 begonnen werden.

Installiert wird die Windkraftanlage von dem Öl- und Gaskonzern Statoil. Was zunächst ironisch anmuten mag, hat einen tieferen Sinn: In der Öl- und Gasindustrie haben die Unternehmen Erfahrung mit schwimmenden Förderplattformen.

Schwimmende Offshore-Projekte günstigerIm Gegensatz zu anderen Offshore-Parks werden bei dem Hywind-Projekt drei Stahlpfahle in das Wasser gelassen, die am Boden verankert werden. Die Turbinen sind mit Kabeln miteinander verbunden. Eines dieser Kabel exportiert den Strom zur Küstenstadt Peterhead.

Ein netter Nebeneffekt: Die schwimmenden Windräder können nicht nur in tieferen Gewässern eingesetzt werden, sie sollen auch Geld sparen. Untersuchungen der Nachhaltigkeitsberatung Carbon Trust zufolge könnten die vor sich hin treibenden Plattformen weniger als 100 Pfund pro Megawattstunde kosten. Die Preise für große Projekte wie das Hywind in Schottland könnten sogar nur 85 bis 95 Pfund pro Megawattstunde betragen, das sind umgerechnet nach aktuellem Währungskurs 119 bis 133 Euro. Normalerweise fällt für Offshore-Projekte pro Megawattstunde ein Betrag von 112 Pfund (157 Euro) an. Das Energy Technologies Institut kam in einem Report im Oktober zu einem ähnlichen Ergebnis.

 

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