Windkraft-Rekordausbau: Deutschland verdreifacht seine Offshore-Leistung

Windkraft-Rekordausbau: Deutschland verdreifacht seine Offshore-Leistung

von Wolfgang Kempkens

Offshore-Windanlagen mit einer Leistung von über 2000 Megwatt hat Deutschland 2015 ans Netz angeschlossen.

Die Zahl der deutschen Offshore-Windgeneratoren in Nord- und Ostsee hat sich im Jahr 2015 geradezu explosionsartig erhöht. Lag die Gesamtleistung Ende 2014 noch bei rund 1000 Megawatt, stieg sie im vergangenen Jahr um mehr als 2000 auf fast 3300 Megawatt an:

Und es hätte noch mehr Leistung sein können. Denn weitere Anlagen sind bereits fertig gebaut, aber noch nicht ans Unterwasserkabel angeschlossen, das den Strom an Land transportiert. Und 122 Fundamente warten darauf, dass Windgeneratoren montiert werden.

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Die installierte Leistung aller Anlagen übersteigt die von zwei großen Kernkraftwerken. Allerdings ist sie nicht beliebig abrufbar. Offshore-Windkraftwerke liefern jährlich zwischen 4000 und 5000 Stunden Strom mit Nennleistung. Braunkohle- und Kernkraftwerke kommen auf 8000 Stunden. Die weitaus meisten Windparks befinden sich in der Nordsee.

In diesem Jahr lässt es die Branche gemächlicher angehen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gibt an, dass derzeit Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 1000 Megawatt gebaut werden. Weitere 2300 Megawatt können kurzfristig errichtet werden, weil sie die Zusage der Netzbetreiber haben, dass sie angeschlossen werden. Weitere 865 Megawatt sind geplant, sodass sich die Gesamtleistung bis 2020 auf 7700 Megawatt erhöhen könnte:

Offshore-Zubau könnte vier Millionen Haushalte mit Strom versorgenDamit würde das Ziel der Bunderegierung, die bis 2020 6500 Megawatt erreichen wollte, deutlich übertroffen. Zum Vergleich: Die acht derzeit laufenden Kernkraftwerke in Deutschland kommen auf gut 11.000 Megawatt.

2015 gingen in der Nordsee folgende Windparks in Betrieb: Amrumbank West I, Borkum Riffgrund 1, Butendiek, DanTysk, Global Tech I, Meerwind Süd/Ost, Nordsee Ost und Trianel Windpark Borkum. In der Ostsee war es mit Baltic II nur einer.

2015 lieferten die deutschen Offshore-Windenergieanlagen rund acht Terawattstunden. Das reicht rein rechnerisch für zwei Millionen Durchschnittshaushalte. Damit kam die Offshore-Windkraft auf einen Anteil von 1,3 Prozent. Mühlen an Land kamen auf 12,0 Prozent. Der Gesamtverbrauch an elektrischer Energie in Deutschland lag bei 647 Terawattstunden.

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2015 wurde mehr Windkraft-Leistung gebaut als je zuvor. Die weltweiten Zubauzahlen stellen wir Ihnen am Donnerstag vor.

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