Windräder unter Brücken: Neue Standorte für Turbinen

Windräder unter Brücken: Neue Standorte für Turbinen

von Nora Marie Zaremba

Ein spanisch-britisches Forscherteam zeigt, dass Windräder auch unter großen Brücken hängen können. Das könnte Windkraft attraktiver machen.

Strom aus Windkraft ist zwar sauber, erregt aber die Gemüter. Die Argumente der Kritiker: Die Anlagen würden die Landschaft verschandeln und zu viel Platz brauchen. Auch verursache ihr Lärm Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Kein Wunder also, dass Forscher ständig nach alternativen Standorten für die Anlagen suchen, denn Windkraft ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Erneuerbaren-System. Die EU will den Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 20 Prozent erhöhen. Der Löwenanteil wird dabei auf Windkraft fallen.

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Wind unter der Brücke nutzenEin Team von britischen und spanischen Wissenschaftlern hat nun möglicherweise eine Lösung parat: Windkraftanlagen könnten einfach unter Brücken zwischen den Pfeilern installiert werden. Dieser Raum bleibt ohnehin ungenutzt.

Durchgerechnet wurde die Idee am Beispiel der Juncal-Brücke auf Gran Canaria.

Das beste Szenario: Zwei gleich große Windräder mit einer Leistung von je 0,25 Megawatt könnten den Strombedarf von 450 bis 500 Haushalten decken. Damit wäre es möglich, 140 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einzusparen.

„Ob nun besser zwei größere Blätter installiert werden oder viele kleinere, kann von Brücke zu Brücke unterschiedlich sein“, erklärt Oscar Soto Hernandez, Leitautor der Studie an der Londoner Kingston University. An der Juncal-Brücke hätten 24 kleine Anlagen zu einer ähnlichen Leistung geführt.

Die Faustregel „je größer der Rotor, desto höher die Stromausbeute“ trifft hier also nicht unbedingt zu.

Auch in Großstädten möglichFinanziert wurde das Vorhaben von der kanarischen Erneuerbaren-Firma ZECSA. Die Forscher der Universität von Las Palmas wurden damit beauftragt, die Integration der Viadukt-Rotoren in das kanarische Energiesystem zu prüfen.

Interessant sind die Unterbrücken-Windräder vor allem für dicht besiedelte Umgebungen oder für Gegenden, die weitgehend naturbelassen werden müssen. Auch unter Autobahnbrücken wären solche Windturbinen möglich.

Sollte die Idee der Wissenschaftler umgesetzt werden, könnten in Zukunft in wahrsten Sinne Brücken geschlagen werden zwischen Windkraftanlagen und ihren Gegnern.

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