Angela Merkel fordert Prüfung der Klimaschutzziele

Umweltschutz: Merkel fordert Prüfung der Klima-Ziele

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Katarina Barley (2.v.r.) nach einer Gesprächsrunde mit Jugendlichen aus G20-Staaten.

"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast": Kanzlerin Angela Merkel fordert eine neutrale Überprüfung der internationalen Klimaschutzverpflichtungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine objektive Überprüfung der internationalen Klimaschutzverpflichtungen gefordert. Im Pariser Klimaschutzabkommen seien die Länder zwar Selbstverpflichtungen eingegangen, sagte Merkel am Mittwoch in einem Gespräch mit Jugendlichen aus den G20-Ländern in Berlin. "Aber nicht alle Länder sind bereit, dass ein neutrales Institut die Messungen macht."

Einige Regierungen hätten etwa die Kontrolle durch die UN als Eingriff in ihre Souveränität abgelehnt. Merkel sagte, man könne sich aber nicht allein auf nationale Messungen verlassen. "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast", zitierte sie einen Spruch. Deshalb sei "noch ein langer Weg zu gehen", betonte Merkel. Objektive Daten seien unabdingbar, um die Umsetzung des Pariser Abkommens überprüfen zu können.

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Die Debatte um die Umsetzung des Klimaschutzabkommens hat durch den Austritt der USA wieder an Fahrt gewonnen. Frankreichs Regierung kündigte am Mittwoch an, die eingegangenen Selbstverpflichtungen zur Verminderung der Treibhausgase noch erhöhen zu wollen.

Das Pariser Klimaabkommen

  • Ziel

    Die Erderwärmung soll auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Die Vertragsstaaten sollten sich aber anstrengen, sie bei 1,5 Grad zu stoppen.

  • Hintergrund

    US-Präsident Donald Trump hat den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Die Ende 2015 beschlossene Vereinbarung ist ein Meilenstein im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Ein Überblick.

    Quelle:dpa

  • Wege zum Ziel

    Die Staaten wollen den Netto-Ausstoß ihrer Treibhausgase in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf Null bringen. Sie dürfen dann nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen, wie etwa mit Waldanpflanzungen aus der Atmosphäre gezogen wird. Dafür müsste die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas von 2050 bis 2070 enden.

  • Geld für Klimaschutz und Anpassung

    Von 2020 bis 2025 sollen die Industriestaaten jährlich 100 Milliarden Dollar (ca. 90 Milliarden Euro) für Entwicklungsländer bereitstellen. Für die Jahre danach soll es ein neues, höheres Ziel geben.

  • Verluste und Schäden

    Die Vertragsstaaten erkennen die Notwendigkeit an, ärmeren Staaten bei Verlusten und Schäden durch den Klimawandel zu helfen. Es soll ein Versicherungssystem aufgebaut werden.

  • Verbindlichkeit

    Entscheidende Teile der Vereinbarung sind völkerrechtlich verbindlich. Es gibt jedoch keine Strafen bei Nichterfüllung der Zusagen.

  • USA

    Nach China sind die USA der zweitgrößte Klimasünder. Trump wendet sich von der Klimapolitik seines Vorgängers ab. Bereits im März hob er Vorschriften zum Klimaschutz auf. Er will den „Clean Power Plan“ zum Abbau der Treibhausgase bis 2030 um 32 Prozent gegenüber 2005 überarbeiten lassen.

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