UN-Umweltgipfel in Kenia: Mehr Maßnahmen gegen Verschmutzung nötig

Der UN-Umweltgipfel in Kenia ruft zu mehr Einsatz gegen die Verschmutzung der Umwelt auf - etwa Plastikmüll. Doch Organisationen kritisieren den Mangel an konkreten Verpflichtungen.

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Neben Plastikmüll standen auch Themen wie Luftverschmutzung und die Reduzierung von Blei zur Debatte.

Die Delegierten des UN-Umweltgipfels in Kenia haben stärkere Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung versprochen. Man werde Verschmutzung gezielt etwa durch Umwelt-Vereinbarung bekämpfen sowie die Einführung von Strategien zum besseren Umgang mit Chemikalien und Abfall fördern, hieß es in einer Erklärung der Versammlung, die am Mittwoch, am letzten Tag des UN-Umweltgipfels in Nairobi, von den Delegierten angenommen wurde. Allerdings würden die Erklärung und Resolutionen des Gipfels wenig konkrete Handlungen beinhalten, kritisierte Qian Cheng von Greenpeace.

Die Verschmutzung der Meere durch Plastik war bei dem Gipfel ein großes Thema. Jährlich landen der UN zufolge rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. Meerestiere verheddern sich darin oder verschlucken den Müll. Zudem zerfällt das Material und bildet Mikroplastik - kleine Kunststoff-Teilchen, die sich später auch in Trinkwasser und Nahrungsmitteln wiederfinden. Eine der Resolutionen des Gipfels spreche die Meeresverschmutzung und Mikroplastik zwar an, erklärte Cheng. Allerdings beinhalte sie eher Pläne für die weitere Bearbeitung des Problems - etwa die Erstellung einer Expertengruppe und den Auftrag an das UN-Umweltprogramm, weitere Forschung in dem Bereich zu betreiben.

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Die weltweite Plastikproduktion müsse dringend reduziert werden, sagte der Leiter des UN-Umweltprogramms, Erik Solheim. Es werde zu viel nutzloses Kunststoff produziert, etwa Strohhalme und Verpackungen in Supermärkten. Es müssten verstärkt Alternativen genutzt und Recycling ausgebaut werden, forderte er. Rund 40 Länder haben bereits eine Beschränkung oder Verbot von Plastiktüten eingeführt, jüngst hat Kenia die Tüten verboten.

Der Gipfel habe mehr Aufmerksamkeit für das Problem der Umweltverschmutzung erzeugt, sagte Cheng. Aber: „Jetzt liegt es an den Regierungen, die Resolutionen in Handlungen zu übersetzten“, forderte sie. Am Mittwoch nahmen die Delegierten 13 nicht bindende Resolutionen an. Alle 193 UN-Mitgliedstaaten sind auch Mitglieder der UN-Umweltversammlung.

„Umweltverschmutzung trifft vor allem die ärmeren Teile der Bevölkerung“, teilte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth mit, der für Deutschland an der Versammlung teilnahm. Man müsse daher die „Infrastruktur umweltverträglich modernisieren, Produktion und Lebensstile nachhaltiger gestalten und anspruchsvolle Umweltstandards effektiv umsetzen.“

Neben Plastikmüll besprachen die mehr als 100 Umweltminister sowie einige Staats- und Regierungschefs, Aktivisten, Wissenschaftler und Vertreter des Privatsektors bei dem Gipfel auch etwa Luftverschmutzung und die Reduzierung von Blei etwa in Brennstoffen und Batterien. Umweltverschmutzung ist der UN zufolge für den Tod von jährlich ungefähr 12,6 Millionen Menschen verantwortlich, etwa ein Viertel aller Tode jährlich.

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