Heuschnupfen: Hasel und Erle blühen schon

Vorboten der Pollensaison: Hasel und Erle blühen schon

Der Januar war kälter als sonst üblich. Trotzdem sind in einigen Bundesländern bereits Pollen in der Luft. Das kann ein Grund sein, warum die Nase läuft.

Hasel und Erle sind auch in diesem Jahr die Vorboten der Pollensaison. Vom Rheinland über Westfalen bis ins Saarland sowie in Teilen Hessens und Baden-Württembergs fliegen diese Pollen nach einer Übersicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bereits seit Tagen - und das im Winter. „Was die Klimaerwärmung betrifft, hat sich die Blühzeit der Frühblüher nach vorne verschoben - vor allem bei der Hasel“, sagte Christina Endler, Meteorologin und Expertin für Pollenflug vom DWD.

Der erste Monat des Jahres sei ein „unterdurchschnittlich kalter Januar“ gewesen, also kälter als der Januar üblicherweise. Genaue Schlüsse, wie die Pollensaison 2017 verlaufen werde, könne sie daraus jedoch nicht ziehen. Auf lange Sicht betrachtet habe sich die Pollensaison durch die Klimaerwärmung in den vergangenen Jahren verlängert. „Dass Hasel- und Erlepollen in geringen Mengen bereits in der Luft liegen, ist allerdings nicht unüblich“, beruhigt Endler.

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Damit die Anzeichen einer Pollenallergie richtig gedeutet und nicht mit einer Grippe verwechselt werden, könnte ärztlicher Rat helfen, empfiehlt die Stiftung Deutscher Pollendienst. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den aktuellen Pollenflug zu erheben und die Pollenflugvorhersage bundesweit zu verbreiten.

Wissenswertes über Allergien

  • Allergene

    Dies sind die Stoffe, die eine allergische Reaktion auslösen. Eine Allergie auf Zucker oder Fett gibt es nicht. Allergene können Eiweiße oder Eiweiß-Verbindungen sein, die zum Beispiel in unserer Nahrung vorkommen. Meist handelt es sich um relativ kleine, gut lösliche Eiweiße, die leicht in unsere Schleimhäute im Mund, den Atemwegen oder dem Darm eindringen können.

  • Sensibilisierung

    Eine Allergie entsteht, wenn unser Immunsystem sich plötzlich gegen harmlose Stoffe wie Blütenpollen oder Eiweiße in Lebensmitteln wendet. Dieser falsche Alarm im Körper führt zur Bildung einer bestimmten Gruppe von Antikörpern, den sogenannten IgE. Den Vorgang der Aktivierung des Abwehrsystems durch die Bildung dieser Antikörper bezeichnet man als Sensibilisierung.

  • Zweiter Kontakt

    Kommt der Körper erneut mit dem fraglichen Stoff in Berührung, etwa durch den Verzehr eines Lebensmittels, reagieren die Antikörper mit den Allergenen der Nahrung. Dies nennt man Antigen-Antikörper-Reaktion. Sie führt zu einer Freisetzung des Botenstoffs Histamin im Körper. Histamin stellt die Gefäße weit und erhöht deren Durchlässigkeit. In der Folge strömt Wasser aus den Adern in das umliegende Gewebe. Es schwillt an, rötet sich, auch Juckreiz wird ausgelöst - die klassischen Symptome einer Allergie.

  • Anaphylaktischer Schock

    Die allergische Reaktion kann so heftig werden, dass es zu einem allergischen Schock mit Herz-Kreislauf-Störungen kommt. Auch die Atemwege können zuschwellen. Im schlimmsten Fall endet dies tödlich. Die häufigsten Auslöser für solch einen allergischen Schock sind Nüsse und Erdnüsse, Sesam, Schalentiere oder auch Sellerie.

Bei geringen Beschwerden sei eine Kochsalzlösung hilfreich. Bei stärkeren Symptomen könnten Medikamente helfen. „Antihistaminika können Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, weiterhelfen. Sie verhindern die Ausbreitung von Histamin im Körper“, erklärt Karl-Christian Bergmann, Allergologe an der Berliner Charité und Vorsitzender der Stiftung Deutscher Pollendienst. Der Botenstoff Histamin lasse die Nasenschleimhaut anschwellen und bewirke, dass sie vermehrt Sekret absondere.

Wirklich pollenfrei seien nur wenige Regionen: Auf hoher See ganzjährig oder ab Ende Juli in den Alpen genießen Allergiker pollenfreie Zeiten. „Der Urlaub an der Nord- oder Ostseeküste kann für Betroffene auch eine Erholung sein, jedoch sollte man immer die Windrichtung im Auge behalten. Bei Landwind kann die Beschwerdefreiheit ein schnelles Ende nehmen“, warnt Bergmann.

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