WiWo-Green-Networking: Bilder eines gelungenen Abends

WiWo-Green-Networking: Bilder eines gelungenen Abends

von Sebastian Matthes

Rund 80 Gäste kamen zum ersten Networking-Treffen von WiWo Green und Kyocera, darunter Ex-Umweltminister Klaus Töpfer.

Den Ton des Abends gab Ex-Umweltminister Klaus Töpfer schon in seiner Keynote vor: “Go green to get gold", mit diesen Worten eröffnete er - sichtlich gut gelaunt - den Innovationsdialog von Kyocera und WiWo Green. Nachhaltiges Wirtschaften, so führte Töpfer aus, sei längst mehr als Idealismus. In einer Welt mit bald mehr als neun Milliarden Menschen sei es eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Unternehmen, die nicht versuchen, sparsamer mit Ressourcen umzugehen, “haben keine Zukunft”.

Die Frage, wie diese Zukunft aussehen könnte, war dann auch die große Klammer des Abends: bei der Podiumsdiskussion, die auf Töpfers Keynote folgte, aber auch später noch an den weiß gedeckten Tischen - mit wunderbarem Blick über den See: Bei Lachs-Häppchen, Weißburgunder und hellem Bier entwickelten sich lebhafte Diskussionen über Nachhaltigkeitsstrategien, grüne Geschäftsmodelle und das Versagen der Politik.

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Klar ist: Die Unternehmen müssen die Sache selbst in die Hand nehmen. Doch da gebe es viele Beispiele, die Mut machen, sagte Kyocera-Deutschlandchef Reinhold Schlierkamp. Um die zu fördern, lobt sein Unternehmen regelmäßig den mit 100.000 Euro dotierten Umweltpreis aus, der nun in die nächste Runde geht.

Auf dem Podium diskutierten neben Klaus Töpfer: Wilhelm Bauer vom Fraunhofer IAO, Jörg Dürr-Pucher von der Deutschen Umwelthilfe, Johannes Doms von Hipp, Daniel Schmitz-Remberg von Accenture und Frank Pfeffer von dem Schweizer Unternehmen Wear-Lite, das Brillengläser nachhaltig herstellt.

Die Runde begann mit der Frage, wie sich Nachhaltigkeit überhaupt messen und in Unternehmensstrategien integrieren lässt. Zwar wollten sich die Diskutanten nicht auf Zahlen festlegen, um nachhaltige Strategien vergleichbar machen zu können. Gerade Töpfer kritisierte, dass es in dem Feld sehr schwer sei, alles auf einen Wert herunterzubrechen. Klar, dass Schmitz-Remberg von Accenture da nicht hundertprozentig zustimmen konnte.

Puma und BMW als VorreiterGleichwohl, da war sich die Runde wieder einig, entwickeln sich grüne Strategien immer mehr zu einem Wirtschaftsfaktor. Hipp selbst sei ein Beispiel dafür, bestätigte Hipp-Nachhaltigkeitsmann Doms. Aber auch andere Namen fielen, Puma etwa oder BMW: Beides Unternehmen, die nachhaltiges Denken tief in die DNA ihres Unternehmens integriert haben. Das, so stellte Dürr-Pucher von der Umwelthilfe fest, sei das Wichtigste “und das erreichen Unternehmen vor allem dann, wenn Nachhaltigkeitsziele an das variable Gehalt aller Führungskräfte gekoppelt werden”. So wie es mittlerweile auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn tun.

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Eine spannende Perspektive brachte Wearlite-CEO Pfeffer in die Diskussion ein: Die Schweiz sei in vielen Feldern nachhaltiger als Deutschland. Ein Grund dafür, sei die direkte Demokratie. Generell sehe er das Problem, dass die Industrie oft eine stärkere Stimme habe als die Bürger. Wäre das umgekehrt, wäre die Welt insgesamt nachhaltiger.

In die großen Weltfragen mündete die Diskussion kurz vor Schluss: Ob es überhaupt möglich sei, in einem kapitalistischen System nachhaltig zu wirtschaften? Ob wir wachsen und dennoch weniger verbrauchen können?

Das Feedback vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer: “Ein gelungener Abend.” Das freut uns. Noch viel mehr aber haben wir uns über das sehr positive Feedback zu WiWo Green gefreut. Am Ende des Abends gabs aber nicht nur Lob, sondern Bewerbungen, spannende Ideen für neue Texte und ebenso interessante Ideen für neue Kooperationen.

Allein dafür hat es sich schon gelohnt.

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