Wohin mit dem Gesparten? Nachhaltige Geldanlagen lohnen sich

WiWo Green: Wohin mit dem Gesparten? Nachhaltige Geldanlagen lohnen sich

Ökonomen haben herkömmliche und nachhaltige Geldanlagen verglichen. Letztere schneiden sehr viel besser ab.

Wer sein Vermögen in nachhaltige Geldanlagen investiert, hat größere Chancen damit Geld zu verdienen, als wenn er das Kapital in herkömmliche Anlagen steckt. Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung der Universität Kassel, die dem Handelsblatt vorliegt und in Kürze im Fachmagazin „Business Research“ erscheinen wird. Die Forscher haben 35 empirische Studien analysiert, um die Leistungen von nachhaltigen mit denen konventioneller Geldanlagen zu vergleichen.

Anders als bisherige Metastudien legt sie den Fokus aber nicht allein auf die Rendite, sondern auf das Rendite-Risiko-Verhältnis. „Wir haben festgestellt, das 15 Studien keinen Performanceunterschied ausmachen, nur sechs eine schlechtere Performance, aber 14 eine bessere Performance nachhaltiger Geldanlagen“, fasst Christian Klein, Professor für Wirtschaftswissenschaften in Kassel, die Ergebnisse zusammen.

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Kritik an Anlagen ist überzogenZudem ergibt sich bei weiteren 18 Studien tendenziell häufiger ein positiver Zusammenhang zwischen ethischem Verhalten und Unternehmensleistung. Die Ergebnisse bekräftigen Aussagen anderer Metastudien.

Die eher negative Berichterstattung in den Medien über nachhaltige Geldanlagen der vergangenen Monate entpuppt sich vor diesem Hintergrund als überzogen. So titelte die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) Ende Juli: „Soziale Anlagen können schwere Nebenwirkungen haben“. Die Hauptaussage des Textes: „Eine an ethischen Maßstäben orientierte Anlagestrategie wird fast zwingend eine niedrigere Rendite haben.“ Der Beitrag knüpft an jüngste Extrembeispiele von Unternehmen zum Beispiel aus der Erneuerbaren-Energien-Branche an.

Doch nachhaltige und verantwortliche Geldanlagen sind nicht zu verwechseln mit Umwelttechnik-Anlagen. Letztere sind sehr volatil – wie alle Technikwerte auch. Zudem sind manche Anlageklassen immer hochriskant, ob mit oder ohne Nachhaltigkeitskriterien, etwa Private Equity, geschlossene Fonds oder Genussrechte. Gerade Technikfirmen finanzieren sich so, auch die Solar- und Windbranche.

Viele Anleger verloren in den vergangenen Jahren in diesen Bereichen viel Geld, ein prominentes Beisspiel ist der Windkraftprojektierer Prokon. Einer der Gründe ist, dass zahlreiche Anbieter den Fehler begangen haben, derartige Produkte als „nachhaltige“ oder „soziale“ Investments zu verkaufen statt als das, was sie sind: „Umwelttechnik“. Die FAZ tappt in dieselbe Falle.

Nachhaltige Geldanlagen jedoch investieren anhand vieler Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien in eine Bandbreite von Unternehmen verschiedener Branchen – über welche Methode auch immer. Und ihr Rendite-Risiko-Profil kann sich sehen lassen, wie die Forscher der Universität Kassel belegen.

Dieser Text ist leicht gekürzt dem Handelsblatt-Briefing “Nachhaltige Investments” entnommen. Hier können Sie den kostenlosen Newsletter abonnieren.

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