Smart Home: So schützen Sie das vernetzte Heim vor Einbrechern

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Smart Home: So schützen Sie das vernetzte Heim vor Einbrechern

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Rollo, Heizung, Türschloss - immer mehr Menschen steuern ihr Zuhause via Web.

von Thomas Kuhn

Smart-Home-Technik wird immer günstiger und vermeintlich einfacher zu installieren. Doch Vorsicht: Manch technisch weniger versierter Kunde öffnet beim Einbau der Technik unbedacht Hintertüren für Verbrecher.

Es passiert nicht oft, dass deutsche Gründer per Crowdfunding in nicht mal 90 Minuten eine Million Euro einsammeln. Ali Jelveh und Christopher Blum, den Gründern des Hamburger IT-Start-Ups Protonet, ist das mit sehr einfach nutzbaren Speichersystemen für Selbstständige und Kleinunternehmen gelungen.

Ihre für den Einsatz daheim, in Kleingruppen oder in kleineren Unternehmen konzipierten Server „Carla“ und „Carlita“ ermöglichen es den Nutzern, Dateien und Dokumente zu teilen und auszutauschen – ohne dabei Daten auf fremdkontrollierten Cloud-Servern von Anbietern wie Google, Microsoft oder Dropbox abzulegen.

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Das Konzept des privaten IT-Einsatzes haben die Hamburger, die seit Februar auch von Y-Combinator gefördert werden, einem der wichtigsten Start-up-Inkubatoren im Silicon-Valley, nun auf die Steuerung von Smart Homes übertragen. „Zoe“ heißt die von Protonet entwickelte, sprachgesteuerte Schaltzentrale fürs intelligente Heim, mit dem Jelveh und Blum abhörsichere Vernetzung bei Privatkunden etablieren wollen.

PremiumSmart Home Welche Anbieter Spannern keine Chance lassen

Ein exklusiver Sicherheits-Check der wichtigsten Anbieter.

Die Aussichten auf mehr Komfort und Sicherheit bei zugleich sinkenden Kosten machen Smart Home-Technik attraktiv. Quelle: dpa

Zoe schaltet auf Zuruf das Licht an oder regelt die Heizung hoch und kommt mit Technik verschiedener Hersteller zurecht. Dabei verarbeitet er keinerlei Nutzerdaten oder Sprachbefehle auf Rechnern außerhalb des eigenen Heims, versprechen die Hamburger.

Run auf sichere Smart-Home-Technik

Seit dem 15. März läuft die Zoe-Kampagne auf Indigog. Ziel war es, mit der Idee einer sicheren Smart-Home-Plattform binnen eines Monats 100.000 Dollar einzuwerben. Das stößt offenbar nicht bloß in Deutschland, sondern auch in den USA auf enormes Interesse.

Ihr Ursprungsziel knackten die Hamburger binnen weniger Tage, Mitte April hatten sie rund 300.000 Dollar eingeworben. Inzwischen hat Protonet die Kampagne um einen Monat verlängert.

Der Run auf Zoe hat gute Gründe. Denn die Softwerker von der Elbe verbinden zwei Megatrends der gegenwärtigen Vernetzung: Das wachsende Bewusstsein von IT-Anwendern für den Schutz der Privatsphäre mit der rasanten Verbreitung digitaler Geräte ins Privatleben der Menschen.

So wehren Sie Angriffe auf Ihr vernetztes Heim ab

  • Apps schließen

    Smartphones sind die Fernbedienung fürs vernetzte Heim. Damit Hacker keine Passwörter aus den zugehörigen Apps auslesen können, installieren Sie Schutzsoftware auf dem Gerät – und loggen Sie sich nach Gebrauch aus der App aus.

  • Cloud-Portal sichern

    Viele Smart-Home-Systeme lassen sich auch über Onlineportale der Anbieter steuern. Ersetzen Sie unbedingt voreingestellte Passworte durch komplexe Codes mit Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen.

  • Home-Zentrale schützen

    Selbst wer sein vernetztes Haus nur am PC daheim steuert, kann von Hackern ausgeforscht werden. Damit die keine Spionageprogramme auf dem PC einschleusen können, halten Sie Schutzsoftware und Browser stets aktuell.

  • Verbindung verschlüsseln

    Wer verhindern will, dass Angreifer Steuerbefehle auf dem Weg vom Handy zum Haus mitlesen, verbindet beides über eine verschlüsselte private Datenverbindung (VPN), die der Nutzer in seinem Internetrouter einrichtet.

Denn im Zuge des Trends zum Internet der Dinge begeistern sich immer mehr Menschen für die Vernetzung von Haus oder Wohnung und rüsten ihre heimischen vier Wände hoch. Rund 40 Prozent der deutschen Haushalte, ermittelten Marktforscher des Datenportals Statista, „zeigen sich dem Thema Smart Home gegenüber aufgeschlossen“.

Gleichzeitig herrscht Skepsis, ob die Technik angemessen gegen digitale Angriffe geschützt ist. Das belegt eine Umfrage der Unternehmensberatung Accenture unter deutschen Konsumenten: „42 Prozent der Befragten fürchten, Kriminelle könnten per Hackerangriff auf sensible Informationen zugreifen“, sagt Jürgen Morath, Geschäftsführer für Communications, Media und Technology Accenture in Frankfurt. Auch das ist sicher ein Grund für den Erfolg der Protonet-Kampagne.

Wie begründet die Sorgen sind, zeigte ein Exklusivtest von Smart-Home-Technik für die WirtschaftsWoche vor zwei Jahren. Mehr als die Hälfte der untersuchten Systeme wies damals gravierende Schwachstellen auf.

So fanden sich Lücken bei der Verschlüsselung von Passwörtern, bei der Authentifizierung von Zugriffen übers Internet oder Manipulationsmöglichkeiten durch Angreifer von außen.

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