Handy Nexus One: Google verzettelt sich

Handy Nexus One: Google verzettelt sich

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Google-Handy Nexus One

von Thomas Kuhn

Mit der Vorstellung seines Smartphones sorgte Google für Aufsehen. Die WirtschaftsWoche hat das Gerät getestet: Das Nexus One ist solide aber unspektakulär. Doch der Schritt ins Hardwaregeschäft stellt Google vor Probleme.

Warum hat er nicht geschwiegen? Nicht ganz natürlich, doch warum musste Andy Rubin, der Chef von Googles Mobiltelefonsoftware Android bei der Vorstellung des Nexus One behaupten, Googles erstes Mobiltelefon begründe die neue Handykategorie „Superphone“? Damit nämlich hängt Rubin die Latte zu hoch. Googles in der vergangenen Woche präsentiertes Telefon ist solide verarbeitet, leidlich ansehnlich und gut ausgestattet. Ein Smartphone, wie es die Konkurrenz von Nokia über Palm und Samsung bis Sony Ericsson längst anbietet. Ein Supertelefon ist es nicht. Bemerkenswert ist Googles Einstieg ins Handygeschäft doch: Es ist, als kündigte die ARD an, nun Fernseher zu bauen.

Doch bei aller Euphorie des Suchkonzerns: Das Nexus One reicht trotz ähnlicher Maße nicht an Apples Trendsetter iPhone heran – weder bei Design noch bei Bedienung. Trotz Feinarbeit am Betriebssystem Android, das erstmals in Version 2.1 zum Einsatz kommt, bedient sich das Gerät nicht annähernd so intuitiv, wie Apple das seit Jahren vormacht. Die iPhone-typische Gestensteuerung etwa, wie das Zoomen mit zwei Fingern, fehlt. Warum also wagt Google den Sprung ins Hardwaregeschäft?

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Nexus One ist nur in Googles Online-Shop zu haben

Astronomische Margen wie die Online-Werbung werden die Telefone nie verdienen. „Doch das Handy“, so Google-Chef Eric Schmidt, „ist der künftige Computer.“

Deshalb will Schmidt sein Geschäftsmodell in der mobilen Welt sichern – und verhindern, dass etwa Netzbetreiber mit eigenen Anwendungen den Zugang zum Kunden erschweren. Zumal es der GPS-Empfänger im Handy ermöglicht, Online-Werbung passend zum Standort des Handybesitzers aufs Display zu bringen. Damit kommt Google den Nutzern im mobilen Internet näher als je zuvor.

Trotzdem droht sich der Online-Gigant zu verzetteln. Zum einen bindet das Handygeschäft Managementkapazitäten, die Google besser für innovative Online-Dienste nutzen könnte. Zum anderen hat das Vertriebsmodell Tücken. Denn das Nexus ist in den USA nur in Googles Online-Shop zu haben. An dem Direktvertrieb wird sich wohl auch nicht viel ändern, wenn Google das Nexus ab Frühjahr auch in Europa verkaufen will.

Damit bleibt ein entscheidendes Manko: Ein Handy, das Kunden nicht ausgiebig im Laden testen können, werden die meisten nicht kaufen.

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