Handys: Mobile Betriebssysteme: Kampf um Marktanteile

Handys: Mobile Betriebssysteme: Kampf um Marktanteile

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Palm neues Smartphone entfacht den Kampf der Betriebssysteme

Handys machen Computer zunehmend überflüssig. Palms neues Smartphone entfacht den Kampf um die Dominanz bei mobilen Betriebssystemen neu.

Es ist, als ob ein Komapatient plötzlich die Augen aufschlägt. Kaum hatte Palm-Aufsichtsratschef und Ex-Apple-Spitzenmann Jon Rubinstein, einer der Väter des iPods, jüngst auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas seinen brandneuen iPhone-Jäger namens Palm Pre präsentiert, verdoppelte sich der Aktienkurs des gebeutelten Smartphone-Pioniers Palm.

Der Paukenschlag kommt zur rechten Zeit: "Das Mobiltelefon wird wichtiger als der Computer", predigt der prominente US-Wagnisfinanzierer John Doerr. Erste Anzeichen sind sichtbar. Der Umsatz mit Smart- phones, Business-Handys, mit denen sich auch E-Mails managen und Dokumente bearbeiten lassen, steige 2009 um knapp neun Prozent, während der Umsatz mit Normal-Handys um 3,5 Prozent schrumpfe, so die Marktforscher von IDC. Das treibt den Kurs. Zumal der Pre ähnlich elegant und leicht bedienbar ist wie das iPhone und anders als das Vorbild sogar eine echte Tastatur besitzt.

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Die Jagd auf Apples iPhone und die Blackberrys von Research in Motion (RIM) ist eröffnet. Zugleich forciert Palm den Kampf um die Dominanz bei mobilen Betriebssystemen. Es ist ein Krieg der Handy-Welten; gegen Riesen wie Microsoft, Google oder Nokia.

Palm geht einen neuen Weg

Zwei Philosophien spalten die Lager. Microsoft, Nokia und Google lizensieren ihre Betriebssysteme an Handy-Hersteller und hoffen, so ihre Software als Standard zu zementieren. Besonders radikal ist Google, dessen Betriebssystem Android externe Entwickler fast uneingeschränkt verändern dürfen. Pfiffige Programmierer brachten es bereits auf Laptops zum Laufen – eine Attacke gegen Microsoft. Der Online-Software-Shop Android Marketplace soll – ähnlich Apples AppStore – weitere Entwickler anlocken.

Die andere Fraktion, dominiert von Apple und RIM, hält ihre Software unter Verschluss. Auch Palm verfährt so mit seinem neuen Handy-Betriebssystem webOS. Die Idee: So behalte man Kontrolle über die Produkte und sichere deren Qualität.

Dennoch geht Palm einen neuen Weg: Selbst wenn das Betriebssystem tabu bleibt, bei der Software-Entwicklung für den Pre ist Frontmann Rubinstein so offen wie kein Konkurrent. Um Programmierern die Arbeit zu erleichtern, basiert Pre-Software auf Standards wie HTML 5, CSS oder Javascript – und damit auf den gleichen, verbreiteten Technologien, mit denen Abermillionen interaktiver Web-Seiten programmiert sind.

So geschickt der Schachzug erscheint, ob Palm der Durchmarsch bei den High-End-Handys tatsächlich gelingt, hängt vor allem von der Verfügbarkeit der neuen Geräte ab. Die aber gibt es erst einmal nur in den USA – voraussichtlich ab Mai. Ein Pre, der auch in den europäischen GSM-Mobilfunknetzen funktioniert, ist wohl erst 2010 zu erwarten.

Bis dahin aber haben alle Mitstreiter – einschließlich Apple – längst neue Mobiltelefone vorgestellt.

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