Hundetötungen: Adidas hat Ärger im Netz

ThemaAdidas

Hundetötungen: Adidas hat Ärger im Netz

, aktualisiert 22. November 2011, 20:12 Uhr
Bild vergrößern

Ukrainer protestieren gegen die Tötung von Straßenhunden in ihrem Land. Nach scharfer Kritik von Tierschützern hat die Ukraine ein Ende der Massentötung von Straßenhunden zugesagt.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Tötung von Straßenhunden in dem EM-Ausrichterland Ukraine treibt Tierschützer auf die Barrikaden. Vor allem Adidas bekommt das im Netz zu spüren.

DüsseldorfFür Aktivisten aller Art ist das Internet ein Segen: So leicht wie nie lässt sich über das Netz Protest organisieren – je emotionaler das Thema, desto leichter. Da verwundert es nicht, dass die Tötung von Hunden die Gemüter derzeit besonders stark erregt.

Die ARD-Sendung „Brisant“ berichtete am 3. November über Straßenhunde, die in der Ukraine qualvoll getötet werden. Auch im Internet sind Dutzende Videos zu sehen, die zeigen, wie die Hunde auf den Straßen der Ukraine qualvoll verenden, weil sie vergiftet wurden. Hundefänger sollen die Tiere in mobilen Krematorien verbrannt haben. Die Tötung von Straßenhunden ist in der Ukraine nicht ungewöhnlich. Tierschützer vermuten aber, das Land habe derzeit ein besonderes Interesse, die Tiere zu töten. Für die kommende Europameisterschaft wolle sich der osteuropäische Staat von seiner besten Seite zeigen – abgemagerte und dreckige Straßenhunde passten da nicht ins Bild.

Anzeige

Nach internationalem Druck verhängte das Land ein Tötungsverbot – die Uefa begrüßte das. Doch die Protestwelle im Netz rollt weiter und trifft inzwischen auch Ziele, die höchstens sehr indirekt etwas mit der Tötung der Tiere zu tun haben.

Auf der Facebook-Seite von Adidas Originals ist ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen, der sich in Hunderten negativen Kommentaren äußert. Im Internet-Slang wird eine derartige Negativflut von Kommentaren, die sich durch soziale Medien selbst verstärkt, auch „Shitstorm“ genannt. Ähnlich einem echten Sturm hilft da meist nur abwarten, bis er vorüber zieht.

Inzwischen sah sich Adidas gezwungen auf den Proteststurm einzugehen. Auf deutsch und englisch schreibt der Sportausrüster auf seinen Facebook-Seiten:  „Wir möchten uns hiermit zu den (zahlreichen) Fragen und Äußerungen auf der Originals-Facebook-Seite äußern und euch unseren Standpunkt zum Thema Tierschutz in der Ukraine im Hinblick auf die Uefa Euro 2012 mitteilen: Die Adidas-Gruppe ist strikt gegen jegliche Form der Tierquälerei und erwartet von den ukrainischen Behörden, diesen Vorwürfen gewissenhaft nachzugehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wir beobachten dieses Thema ganz genau und werden das auch weiterhin tun.“


Uefa begrüßt Tötungsverbot

Das in der Ukraine inzwischen verhängte Tötungsverbot begrüßte neben Adidas am Dienstag auch der Fußballverband Uefa. Vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 müssten die beschlossenen Maßnahmen genau umgesetzt werden, forderte die Uefa in einer Mitteilung. So hat die Ukraine den Bau von Tierheimen versprochen und will Straßenhunde sterilisieren lassen.

Deutsche Nutzer bleiben kritisch

Während die englischsprachige Status-Meldung auf viel Zustimmung stößt, geben sich sich die deutschsprachigen Nutzer mit dieser Erklärung überwiegend nicht zufrieden. „Eine korrekte Reaktion wäre: KEIN GELD für die Ukraine, kein Sponsoring, kein Kontakt. Ich werde die EM KOMPLETT boykottieren und weiterhin zum BOYKOTT aufrufen.“ Ein anderer schreibt: „Glaub eher nicht, dass meine nächsten Sportsachen von Addidas kommen. Nur wenn es ums Geld geht kann man was erreichen und die Sponsoren sollten ihre Macht auch ausnutzen.“

Inzwischen versucht Adidas die Wogen im Social Web zu glätten. Wenig geschickt reagierte der Konzern aus Herzogenaurach aber offenbar auf die ersten Protest-Kommentare. Nach Angaben des Blogs Vip-Raum, das von einem Journalisten der Nürnberger Zeitung betrieben wird, reagierte der Konzern mit dem Löschen von negativen Kommentaren – ein fast sicherer Weg, einen „Shitstorm“ erst so richtig in Gang zu bringen. Adidas dementiert das Löschen der Kommentare. "Dies ist nicht der Fall: Wir löschen Kommentare von Fans und Konsumenten auf Facebook grundsätzlich nicht und haben dies auch im aktuellen Fall nicht getan", so eine Sprecherin des Unternehmens.

Wieder einmal muss ein Unternehmen damit auf bittere Weise erfahren, dass Social Media keine Einbahnstraße der Kommunikation ist. Nicht nur vom Unternehmen in Richtung der Kunden wird kommuniziert. Auch die Nutzer tragen ihre Anliegen offensiv gegenüber dem Unternehmen vor – so irrational diese aus Sicht des Unternehmens auch sein mögen. Eine Nutzerin schreibt: „Liebe Sponsoren der Fußball-EM, wen interessiert schon ein Straßenköter in der Ukraine? Mich, liebe Sponsoren. Wisst ihr, wer ich bin? Ich bin euer Kunde“.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%