
Sony-Chef Howard Stringer präsentierte gestern auf der IFA ein 3D-System ("real 3D") für Kinos, Fernsehgeräte und die Spielekonsole Playstation 3.
Wie in heutigen 3D-Kinos ist dabei eine Spezialbrille notwendig. Auch Sonys Konkurrenten wie Samsung oder Panasonic arbeiten an ähnlichen Projekten. Die Industriegruppe um das DVD-Nachfolgeformat Blu-ray Disc kündigte gestern an, einen gemeinsamen Standard für 3D-Bilder auf den Silberscheiben zu entwickeln - ein Zeichen dafür, dass es sich um einen Vorstoß der gesamten Branche handelt.
Einen Massenmarkt für 3D-Fernsehgeräte sehen die Hersteller zunächst jedoch noch nicht. Der japanische Hersteller JVC beispielsweise peilt für seinen neuen Monitor mit hochwertiger "3D Visual Engine" pro Jahr rund 2000 Stück zur produzieren. Der Bildschirm soll laut Angaben des Herstellers ein natürliches, flimmerfreies Bild liefern. Bei einer Bildschirmdiagonale von 116 Zentimetern weist er nur eine Tiefe von 39 Millimetern auf.
Denn noch gibt es sehr wenige Filme, die in 3D-Qualität auf dem Markt sind. Auf eine Initialzündung für den 3D-Fernseher hofft Fernsehhersteller Panasonic durch eine attraktive Werbepartnerschaft. Der "Titanic"-Regisseur und Twentieth Century Fox Film wollen mit "Avatar", einem komplett in 3D aufgenommenen Film, das Publikum für die dritte Dimension begeistern. Cameron selbst hat für die Filmproduktion mit Ingenieuren und Technikern eine neue computergesteuerte 3D-Kamera entwickelt.
Panasonic und James Cameron wollen Zuschauer mit aufwendigem 3D-Film begeistern
"Avatar", eine Science-Fiction-Romanze, soll nach Produzentenangaben der bislang teuerste und aufwendigste "echte Film" sein, der je in 3D produziert wurde. Er soll am 18. Dezember sowohl in 2D als auch in 3D in die Kinos kommen. Sattelschlepper, die große 3D-Fernseher im Laderaum haben, auf denen "Avatar" zu sehen ist, sollen im Rahmen einer groß angelegten Werbekampagne durch die USA und Europa rollen.
Panasonic will mit dem Verkauf der 3D-Fernseher im nächsten Jahr beginnen. Was sie kosten werden, ist noch unklar. Die beiden meist verbreiteten 3D-Verfahren erläutert der Text im Kasten.
3D-Sehen ist Leistung des Gehirns
Dass die 3D-Technik die Fernsehwelt revolutionieren wird, steht auch für SeeReal Technologies außer Zweifel.
Das auf Holographie spezialisierte Unternehmen will die Technik bis 2010 zur Marktreife bringen. 3D-Fernsehen ohne 3D-Brillen - lautet das Motto des Unternehmens aus Luxemburg. 40-Zoll-Geräte sollen bereits 2010 - "allerspätestens 2011" - zu haben sein, hatte SeeReal schon vor einiger Zeit verkündet.
Der größte Unterschied zwischen der computergenerierten Holographie zu herkömmlichen Techniken besteht laut SeeReal darin, dass die Zuschauer auch bei längerem Betrachten keine Kopfschmerzen bekommen.
Dass Menschen überhaupt dreidimensional sehen können, ist in erster Linie eine Leistung des Gehirns. Beide Augen liefern beim Betrachten stets Informationen, die sich geringfügig voneinander unterscheiden. Denn beide Augen betrachten die Welt aus leicht unterschiedlichen Winkeln. Diese kleinen Unterschiede und ihre räumliche Deutung beginnt mit der frühkindlichen Entwicklung. Dreidimensionales Sehen beruht also auf Erfahrung und ist nicht angeboren.
Welcher Gerätehersteller die Technik von See Real lizensieren wird, will sich das Unternehmen noch nicht entlocken lassen.











