Innovationen 2010: Die Suche im Jetzt-Netz

08. Januar 2010
Twitter und Facebook: In Quelle: dpaBild vergrößern
Twitter und Facebook: In Echtzeit Infos finden Quelle: dpa
von Sebastian Matthes und Matthias Hohensee

Das Internet wandelt sich erneut: Neue Informationen werden in Echtzeit verfügbar. Google und Microsoft reagieren auf die Entwicklung und verschiedene Startups entwickeln Filter gegen die Nachrichtenflut.

Google weiß viel. Sehr viel. Aber nicht alles. „Wie ist das Konzert in dem Club um die Ecke?“, „Regnet es gerade auf dem Berg, den wir heute besteigen wollen?“ oder „Ist jetzt Stau im Elbtunnel?“

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Da muss bisher selbst die weltgrößte Suchmaschine passen. Abermillionen Nachrichten aus Online-Netzen wie Facebook oder dem Kurznachrichtendienst Twitter, deren Mitglieder mit ihren Statusmeldungen viele dieser Fragen fortlaufend beantworten, blieben unentdeckt, weil Googles Suchroboter nur alle 24 bis 48 Stunden das Netz vermaßen.

Vorbei. Mitte Dezember gab Google bekannt, das Netz in Zukunft in Echtzeit durchsuchen zu wollen. Informationen sollen unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung gefunden werden. Auch Microsoft hat seine Suchmaschine Bing deshalb an Portale wie Twitter angeschlossen.

Der Wandel des Web zum Jetzt-Netz wird damit in der Internet-Szene zum heißesten Thema. Längst werden online wichtige Ereignisse diskutiert, noch bevor die Nachrichtenagenturen ihre Eilmeldung fertig haben: bei Flugzeugabstürzen, bei Terroranschlägen und zuletzt bei der Entscheidung des Autoherstellers General Motors, Opel doch zu behalten. Das Ereignis lief noch vor den Fernsehnachrichten über Twitter. Der Nachrichtentakt hat sich im Echtzeit-Web beschleunigt.

Freiwillige Ortsmeldungen bei Gowalla und Foursquare

Das schafft Platz für neue Internetdienste – und eröffnet einen Milliardenmarkt für noch gezieltere Online-Werbung. Genauer denn je melden Menschen heute per Smartphone, wo sie gerade sind und was sie tun – völlig freiwillig bei Diensten wie Gowalla und Foursquare.

Handys mit GPS-Modul ermöglichen es zudem, ortsbezogene Informationen aus dem Netz zu saugen und mit dem Bild der Handykamera zu verschmelzen. So erfährt der Nutzer, wo der nächste Geldautomat steht oder was es mit dem historischen Gebäude auf sich hat, vor dem er steht. Fachleute nennen das Augmented Reality, erweiterte Realität.

Die größte Herausforderung ist, die entscheidenden Informationen zu identifizieren und für die Nutzer zu filtern. Neben den Größen der Internet-Branche beschäftigen sich damit Hunderte Startups. Darunter Suchmaschinen wie Topsy oder Collecta, die Twitter-Meldungen nicht nur möglichst schnell finden, sondern – vor allem – nach Relevanz gewichten wollen. In der Nachrichtenflut des Echtzeit-Netzes wird das wichtiger als je zuvor.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 11.01.2010, 10:21 UhrElbtunnelbremse

    Stau im Elbtunnel? Klar findet Google dies! "ist jetzt Stau im Elbtunnel?"

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