Innovationen 2010: Verkehr: Elektroautos in Serie

Innovationen 2010: Verkehr: Elektroautos in Serie

von Jürgen Rees

2010 könnte des Jahr des sauberen Fahrzeugantriebs werden, denn nächstes Jahr kommen die ersten Elektroautos für den Massenmarkt. Sollte man jetzt auf Stromer umsteigen?

Bild vergrößern

Strom-Ladekabel: Lohnt es sich, auf einen Stromer umzusteigen?

Carlos Ghosn hat klare Vorstellungen davon, wer seine abgasfreien Elektroautos als Erster kaufen darf: „Wir bekommen große Unterstützung von der US-Regierung und von Japan, daher startet der Leaf in den USA und Japan“, sagt der Renault-Nissan-Chef. Erst danach kommt das umweltfreundliche Strommobil nach Europa. Wo Staatsgeld lockt, beginnt das Zeitalter der massenmarktfähigen Elektroautos früher.

Rund 50.000 Exemplare des Kompaktwagens Leaf will Nissan nächstes Jahr bauen, deutlich mehr als Konkurrent Mitsubishi, dessen Elektroauto i-Miev bislang nur 2000 Mal vom Band rollt. Damit ist der Leaf das erste Elektroauto für den Massenmarkt. Mit seiner Reichweite von 160 Kilometern pro Batterieladung und einer Spitzengeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde ist der Fünfsitzer eine Alternative zu kleinen Benzinern.

Anzeige

Sollte man nun auf die umweltfreundliche Mobilität umsteigen? Oder sollte man auf bessere Batterien warten? Denn die Lithium-Ionen-Batterie, die der japanische Partner NEC für den Leaf baut, kostet mit rund 15.000 Euro so viel wie ein Kleinwagen. Nissan setzt daher auf Leasing, um Kunden den Umstieg schmackhaft zu machen. Verkauft wird nur das Auto. Das Herzstück des Wagens, der Akku, wird geleast. Kommt nach zwei Jahren eine bessere Akku-Generation heraus, können die Kunden problemlos wechseln.

Technikfreaks sollten zuschlagen

Technikfreaks, denen ein umweltfreundliches Auto viel Geld wert ist, sollten zuschlagen. Wer aber ein Auto hat, sollte sich noch Zeit lassen. Die Preise für die teuren Akkus sinken weiter, und die Zahl der verfügbaren Elektroautos wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

So bringt der französische Hersteller Peugeot im Oktober den Ion heraus, ein Kompaktauto, das mit dem i-Miev von Mitsubishi verwandt ist. Noch kostet der i-Miev in Japan rund 37.000 Euro. Aber Mitsubishi will den Preis durch Massenproduktion deutlich drücken.

Zwischen Hybrid und Brennstoffzelle

Auch General Motors setzt alles daran, Ende 2010 seinen Hoffnungsträger Volt präsentieren zu können. Der Wagen soll ebenfalls 37.000 Euro kosten und hat neben dem Elektroantrieb noch einen kleinen Benzinmotor unter der Haube, der den Elektroantrieb speist, sobald der Akku nach 60 Kilometern schlappmacht. Die deutsche Tochter Opel soll den verwandten Ampera ab 2011 bauen.

Mercedes wird ebenfalls elektromobil. In einer Miniserie kommen A-Klasse und der Kleinwagen Smart, der zu Beginn des Jahres mit einer neuen Lithium-Ionen-Batterie und bis zu 200 Kilometer Reichweite verleast wird. Als besonderes technisches Bonbon erhalten 200 handverlesene Kunden den Mercedes F-Cell, um die Alltagstauglichkeit des Brennstoffzellenantriebs prüfen zu können.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%