_

Innovationspreis: Automatische U-Bahnen und andere Finalisten

von Wolfgang Kempkens, Thomas Kuhn, Dieter Dürand, Jürgen Rees und Susanne Kutter

Viele Unternehmen haben gute Innovationsideen vorgestellt: Zwölf Unternehmen schafften es neben den Gewinnern ins Finale.

Nürnberg: Automatische Bahnen im Untergrund

Automatische U-Bahn-Züge Quelle: dpa/dpaweb
Automatische U-Bahn-Züge verkehren in Nürnberg Quelle: dpa/dpaweb

Die U2, die in den Nürnberger U-Bahnhof Rathenauplatz einfährt, ist nichts Ungewöhnliches. Der Fahrer sitzt da, wo er hingehört. Nur 100 Sekunden später aber rollt eine U3 in den Nürnberger Bahnhof – ohne Fahrer im Führerstand. Denn die neue Linie, welche die Bahnhöfe Maxfeld und Gustav-Adolf-Straße verbindet, fährt vollautomatisch. Linienleiter zwischen den Gleisen erfassen die Position der Züge und übermitteln die Fahranweisungen.

U2 und U3 sind weltweit die ersten U-Bahnen im Mischbetrieb: Während eine Linie noch einen Fahrer braucht, rollt die andere ferngesteuert wie eine Modellbahn. Realisiert wurde der Fahrbetrieb von der VAG Verkehrsaktiengesellschaft Nürnberg. Die Technik dafür lieferte Siemens.

Die Fernsteuerung ermöglicht kürzere Abstände zwischen den Zügen von nur noch 100 Sekunden, halb so viel wie im Betrieb mit Fahrer. Zudem kann der Disponent minutenschnell zusätzliche Züge auf die Strecke schicken, wenn der Andrang groß ist. Und schließlich senkt die Automatisierung nicht nur die Personalkosten, sie spart sogar 19 Fahrzeuge. Denn an den Endbahnhöfen entfällt der Wechsel des Fahrers zwischen den Fahrständen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.01.2009, 15:23 UhrAnonymer Benutzer: GS

    Was ich nicht ganz verstehe: die U2 wird ja nun auch bald vollautomatisch betrieben. Aber dann ist es ja kein vielgerühmter "weltweit erster und einziger" Mischbetrieb mehr und vollautomatische bahnen gibt es woanders auch. Wozu also diese "tolle innovation" Mischbetrieb, wenn's eh nur für eine kurze Übergangszeit war? Dafür der ganze Aufwand und das ganze brimborium. Fakt ist doch: seit die U3 in betrieb genommen wurde, können Sie die Fahrpläne der U2 vergessen. Danke Siemens, danke VAG.

  • 26.01.2009, 12:34 UhrAnonymer Benutzer: TW

    interessant und für Deutschland von nicht unbeachtlicher bedeutung ist wohl auch, dass sich heute Unternehmerpersönlichkeiten wie Scheich Yamani mit deutschen innovationen beschäftigen und extra hierfür anreisen. Dies ist eine sehr positive Entwicklung. Lieder fand sich im Artikel nichts hierüber.

Alle Kommentare lesen

Blogs

Infografik der Woche: Wie Entwicklungsländer die mobile Revolution antreiben
Infografik der Woche: Wie Entwicklungsländer die mobile Revolution antreiben

Von dem Entwicklungsökonom Jeffrey Sachs stammt die Feststellung: Kaum eine andere Technologie wird in der Entwicklung...

weitere Fotostrecken