Innovationspreis: Solarlite: Spiegel aus Kunststoff

Innovationspreis: Solarlite: Spiegel aus Kunststoff

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Solarthermieanlage von Solarlite

von Wolfgang Kempkens

Solarlite baut Solarthermieanlagen, mit denen sich die Produktionskosten für Strom um 15 Prozent senken lassen.

Solarthermieanlagen, in denen Parabolspiegel die Sonnenwärme konzentrieren, erzeugen bekanntlich grüne Energie. Doch das Innere der Anlagen ist alles andere als grün: Das sogenannte Thermoöl, das die Sonnenwärme am heißesten Ort des Spiegels aufnimmt, um damit später Wasser zu erhitzen, ist höchst schädlich für die Umwelt, wenn es ein Leck gibt. Das Öl hat einen weiteren Nachteil: Es ist nur für Temperaturen von bis zu 400 Grad Celsius geeignet. Bei höheren Temperaturen würde sich der Wirkungsgrad der Anlage verbessern.

Trotz dieser Nachteile kommt kein solarthermisches Kraftwerke der heutigen Generation ohne dieses Öl aus. Doch nun trägt die Forschungsarbeit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im südspanischen Solarforschungszentrum Plataforma Solar de Almeria Früchte. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, das Thermoöl durch Wasser zu ersetzen, das die Hitze der Sonne direkt in 500 Grad heißen Dampf zur Stromerzeugung umwandelt. Der Effekt: Die Kosten der Energieerzeugung sinken um 15 Prozent. Damit nähert sich der grüne Strom zumindest in sonnenreichen Regionen der Wettbewerbsfähigkeit. In abgelegenen Gebieten ohne zentrale Stromversorgung ist die Energie aus den neuen Anlagen sogar billiger als die von Dieselgeneratoren.

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Erste kommerzielle Anlage entsteht in Bangkok

Zu den ersten Unternehmen, die solarthermische Kraftwerke mit Direktverdampfung bauen, gehört Solarlite, das seinen Unternehmenssitz in Schloss Duckwitz im gleichnamigen Örtchen in Mecklenburg hat. Und weil das Unternehmen diese wichtige Technik einen großen Schritt vorangebracht hat, wird das Unternehmen Finalist des Deutschen Innovationspreises in der Kategorie Startup.

Die erste kommerzielle Solarlite-Anlage mit einer Leistung von fünf Megawatt ist in Kanchanaburi nördlich von Bangkok im Bau. Sie soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und später auf neun Megawatt ausgebaut werden. Auf einen Wärmespeicher, der kurzzeitige Ausfälle der Sonne durch Wolken überbrückt, verzichtet Solarlite. Wie die Lücken gefüllt werden? "Das ist unser bestgehütetes Geheimnis", sagt Moritz von Plate, einer der Solarlite-Geschäftsführer.

Die Direktverdampfung ist nicht die einzige revolutionäre Neuerung, die Solarlite in seinen Anlagen unterbringt. Parabolrinnenspiegel in heutigen Kraftwerken bestehen aus Glas. Solarlite ersetzt es durch ein Faserverbundmaterial. Als Reflektor dient eine dünne Aluminiumschicht. Auf Spiegelfolien, die noch weitaus dünner sind und besser reflektieren, verzichtet das Unternehmen bislang noch.

Solarlite legt Wert auf eine vielseitige Nutzung der Technik. Das Solarkraftwerk lässt sich beispielsweise mit einer Biogasanlage kombinieren. Ein solches Hybridkraftwerk produziert rund um die Uhr Strom und Wärme.

Besonders attraktiv ist die Möglichkeit, solare Wärme mit einer Absorptionskältemaschine in Klimakälte zu verwandeln, die passenderweise genau dann benötigt wird, wenn die Wärmeproduktion am größten ist.

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