Intelligente Städte: Chip and the City

Intelligente Städte: Chip and the City

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Moderne Computertechik organisiert die Metropolen der Zukunft

von Sebastian Matthes

Staus vermeiden, Verbrecher jagen, Energie sparen: Mit moderner Computertechnik versuchen Metropolen die Probleme der Urbanisierung zu lindern.

Vielleicht sieht die Metropole der Zukunft ja ein wenig so aus wie Santander. Nicht wegen der kleinen Feinkostläden, Bodegas und Nobelboutiquen der nordspanischen Stadt oder der modernen Einkaufszentren an der Peripherie. Vielmehr haben Ingenieure gerade begonnen, ein dichtes Netz aus 20 000 Sensoren über die Hauptstadt der Provinz Kantabrien zu legen. Die Chips zeichnen die Schadstoffbelastung auf, melden via Datenfunk Details zu Verkehrslärm, Staus, Beleuchtung von Straßen und verständigen die Behörden, wenn die Parks zu trocken werden.

Mit dem irrwitzig scheinenden Projekt will Santander nicht nur Ressourcen wie Wasser und Energie effizienter einsetzen. Die von den Sensoren gesammelten Daten sollen ab 2011 die Lebensqualität der 180 000 Einwohner verbessern, versprechen die Initiatoren, die Universidad de Cantabria und Spaniens Telefonkonzern Telefónica: Wo staut sich der Verkehr? Wo sind noch Parkplätze frei? Wie warm ist das Wasser im Meer? Ein neues Internet-Portal liefert Bewohnern die Antworten.

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Diebe jagen

Weltweit arbeiten Stadtplaner an derartigen Projekten. Sie wollen Metropolen mit Informationstechnologie Intelligenz verleihen. In Stockholm helfen Computer, Staus zu vermeiden, in São Paulo wird die Qualität des Trinkwassers durch ein IT-gestütztes Wassermanagement verbessert, in Deutschland wird in sechs Modellregionen ein intelligentes Stromnetz getestet, in dem die Strompreise je nach Energieangebot variabel sind, und in den Vereinigten Arabischen Emiraten entsteht mit Masdar eine ganze vernetzte Metropole.

Computertechnik, so versprechen Konzerne wie Siemens, IBM und Cisco, sei in der Lage, viele Probleme der Urbanisierung zu lindern. Kriminalität zum Beispiel. Die Amsterdamer Polizei ermittelt seit 2005 mit dem Computer als Hilfssheriff. Die Software Datadetective wertet Polizeiberichte, Prozessunterlagen, soziodemografische Informationen und weitere Daten aus und gibt Hinweise, wo die nächsten Raubzüge stattfinden.

Für Singapur hat IBM ein System entwickelt, das mit Kameras nicht nur Straßen überwacht. Es kann auch Staus vorhersagen. Über Datenfunk spielt das System die Informationen auf die Navis der Fahrer, die dann eine andere Route suchen müssen. Wer die staugefährdete Route wählt, dem droht ein Strafticket.

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