Internet-Kriminalität: Von Spionage zu Sabotage

Internet-Kriminalität: Von Spionage zu Sabotage

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Smartphone

von Oliver Voß

Erstmals wurden Handyviren in großem Stil entdeckt, Attacken auf Smartphones werden zur ernsten Gefahr. Die Cybergangster ändern ihre Taktiken, vor allem Unternehmen sind gefährdet.

Mitunter übertrifft die Realität die schlimmsten Prognosen. So warnen Sicherheitsexperten schon seit längerem vor Attacken auf Mobiltelefone. „Smartphones werden ähnlichen Bedrohungen im Netz ausgesetzt wie stationäre Rechner“, prophezeite Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des IT-Branchenverbandes Bitkom auf der Computermesse CeBIT. Und prompt wurden zur gleichen Zeit gefährliche Handy-Programme in einem bisher nicht gekannten Umfang entdeckt.

Gleich 50 Apps entfernte Google aus seinem Android-Laden: Musik- und Klingeltonsoftware,  Spiele oder vermeintlich sexy Videos – eine komplette Liste gibt es hier. Die Apps leiten eine Vielzahl an Nutzerdaten weiter, doch die Gefahren sind weit größer. „Es gibt keine Möglichkeit zu wissen, was die App nach der Installation tut, die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos“, schrieb das Fachblog Androidpolice. Etwa 200 000 Mal wurden die Programme bereits heruntergeladen.

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Es ist die Kehrseite des großen Erfolgs von Android. Das Google-Betriebssystem ist offener, im Gegensatz zu Apple, wo selbst die „Bild-Zeitung“ eine züchtige Version seiner Seite-1-Mädchen anbieten muss, findet keine strenge Zensur statt. Wer will, findet hier auch „Screaming Sexy Japanese Girls“ – riskiert aber auch schneller, sich dadurch gefährliche Software auf das Handy zu laden.

„Das Jahr wird für Android gefährlich“, prognostiziert der Sicherheitsspezialist Kaspersky. Die Russen hatten schon im Vorjahr einen mobilen Trojaner für Android entdeckt, der kostenpflichtige SMS verschickt. Mit solchen Fällen ist künftig öfter zu rechnen, wobei auch die Nutzer von anderen Smartphone-Anbietern Opfer von Kriminellen werden. Noch nutzen die wenigsten Schutzprogramme; die Sicherheitsunternehmen hoffen hier auf einen neuen lukrativen Markt.

„Informationen zum Hauptziel von Cyberattacken“

Mit der IT-Branche und der Internetnutzung wandeln sich auch die Kriminellen. Versuchen sie bislang noch, den Nutzern mit E-Mails Schadsoftware unterzujubeln, geraten künftig soziale  Netzwerke stärker in den Fokus. Es gab mehrfach Twitter-Würmer und auch die Zahl der Angriffe bei Facebook wird nach Einschätzung mehrerer Sicherheitsspezialisten zunehmen. Symantec bietet daher die kostenlose Applikation „Safe Web für Facebook“, die anzeigt, ob Links auf gefährliche Webseiten führen.

„Informationen werden immer mehr zum Hauptziel von Cyberattacken“, sagt Kaspersky-Sicherheitsspezialist Stefan Tanase, „und soziale Netzwerke sind Informationsgoldgruben“. Während es Kriminelle bislang meist direkt auf Geld und Bankdaten abgesehen hatten, werden sie zunehmend von Dienstleistern, die beispielsweise dafür bezahlt werden, Informationen aus Unternehmen abzuschöpfen.

Dabei bedienen sie sich gezielter Attacken. Statt Tausende Mails zu verschicken und zu hoffen, dass einmal ein infizierter Anhang geöffnet wird, reicht heute oft eine geschickt gefälschte E-Mail. Dazu suchen sie gezielt Mitarbeiter, recherchieren deren persönliche Vorlieben und Freunde und greifen dann mit Hilfe solcher Informationen gezielt an, indem sie sich beispielsweise als Geschäftsführer ausgeben.

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