Internet-Netzwerke: Facebook & Co. als Online-Marktplatz

Internet-Netzwerke: Facebook & Co. als Online-Marktplatz

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Facebook & Co werden zu Online-Marktplätzen

Weil der Werbemarkt einbricht, müssen sich die Internet-Netzwerke neu erfinden. Facebook und MySpace werden zu Online-Märktplätzen.

Im Februar 1999 zog ein kleines Startup in ein Büro auf Palo Altos Einkaufsmeile University Street. Sein Service war beliebt, die Nutzerzahlen schnellten in die Höhe. Nur ein Geschäftsmodell fehlte. Die Gründer störte das nicht. Mit einem guten Produkt, argumentierten Sergey Brin und Larry Page, ließe sich immer Geld machen. In diesem Jahr wird ihr Unternehmen Google weltweit 22 Milliarden Dollar umsetzen.

Im nächsten Jahr wird sich zeigen, ob sich die Geschichte wiederholt. Nur wenige Häuser neben dem ersten Google-Büro residiert Facebook, das am schnellsten wachsende Internet-Netzwerk der Welt. 130 Millionen aktive Nutzer zählt Facebook derzeit, 30 Prozent mehr als im August.

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Ob Geschäftsmensch, Student oder Teenager – Millionen Menschen tauschen täglich in sozialen Online-Netzwerken wie Facebook Nachrichten aus, treten in Spielen gegeneinander an oder berichten über ihre Vorlieben – nur zahlen will für diesen Service niemand. Wie einst die Google-Stars wiegelt heute Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Fragen nach dem Geschäftsmodell ab. Priorität habe das Wachstum der Nutzerzahlen, sagt er.

Nun aber legt sich der Hype um die Internet-Gemeinschaften und mit ihm die Begeisterung der Industrie für diese Werbeplattform. Die Marktforscher von eMarketer schätzen, dass 2009 in den USA statt der erwarteten 1,8 Milliarden Dollar nur noch 1,3 Milliarden Dollar Werbegeld in soziale Online-Plattformen fließen. Daher müssen die Web-Netzwerker nun beweisen, dass sich mit ihren Millionen Nutzern auch Geld verdienen lässt.

Zuckerberg etwa will mit einem eigenen Bezahlsystem den Handel über seine Plattform erleichtern. Schon jetzt können Facebook-Nutzer Tausende Zusatzprogramme mit ihren Profilen verknüpfen. Damit können sie neue Musik entdecken, Fotos bestellen, Bücher bewerten, T-Shirts empfehlen, Hotels finden, ja sogar digitale Blumen verschicken.

Experten erwarten, dass das neue Bezahlsystem regen Handel innerhalb der Online-Netzwerke auslöst, weil Transaktionen erstmals mit einem Mausklick möglich werden. Heute müssen Nutzer zum Bezahlen noch die Facebook-Plattform verlassen und sich beispielsweise bei dem Bezahldienst PayPal einloggen. Die neuen Zahlmöglichkeiten wiederum werden Online-Händler animieren, eigene Facebook-Applikationen zu entwickeln, etwa Programme, mit denen Nutzer ihre Lieblingsbücher in ihrem Facebook-Profil empfehlen können. Das ist dann so etwas wie das virtuelle Pendant zur Tupperparty: Freunde empfehlen einander Produkte. Und Facebook kassiert Provisionen. An ähnlichen Modellen arbeitet auch Konkurrent MySpace.

So wollen Facebook und MySpace zu Kommunikationsknoten fürs ganze Web werden. Sie wollen ihre Netze mit dem Rest des Internets verknüpfen. Über ihre Profile sollen sich die Nutzer auf Nachrichtenseiten, in Online-Shops oder Blogs anmelden und sich mit anderen austauschen.

Das Ziel: Je mehr Zeit Onliner auf den Kontakt- und Meinungsmärkten verbringen, desto attraktiver werden die Netzwerke auch wieder für die Werber – und desto eher wiederholt sich Googles Erfolgsgeschichte.

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