Internetsoaps: Unter Ausschluss des Publikums

Internetsoaps: Unter Ausschluss des Publikums

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Die Pietshow war vermutlich die erfolgreichste Internetsoap in Deutschland

Bewegtbildformate, produziert ausschließlich fürs Internet, waren vor zwei Jahren ein neuer Trend. Nun schließt T-Online sein Videoportal 3min.de. Internetsoaps führen heute allenfalls ein Nischendasein, dennoch ist die Branche optimistisch.

Die vier schauen cool im schwarz-weiß-Design von der rechten Bildschirmkante, fast wie eine Boygroup. Im Hintergrund hebt ein animiertes Flugszeug ab. Die Handlung: Vier Jungs aus Düsseldorf durchleben den Großstadtdschungel, „männliche Verliebtheit, emotionale Eskapaden und subtiles Paarungsverhalten“ wollte die Serie laut „Bild.de“ witzig in Szene setzen. „Eine Kampfansage an das Abendprogramm“, schrieb die „Rheinische Post“ begeistert. „Die Düsseldorfer zeigen mit ihrer Internetserie, wie Männer eigentlich ticken“, sinnierte die „NRZ“. „Sex and Zaziki“ sollte eben „Sex and the City“ für Männer werden.

Anfangseuphorie ist gewichen

Das Besondere: Die „Webisodes“ gibt es nur im Internet. Vor allem 2008 und 2009 eröffnete an jeder Web-Ecke ein mehr oder minder professioneller satirischer oder dokumentarischer Einblick in Form einer Internetsoap. Die „Pietshow“ der Studentenplattform studiVZ erzählte zum Beispiel die Geschichte des Filmstudenten Piet.  40.000 studiVZ-Nutzer registrierten sich für die begleitende Gruppe, 3,5 Millionen Abrufe machten die Episoden laut Produzent zur erfolgreichsten deutschen Internetsoap. 2010 wurde die Serie sogar für den International Digital Emmy Award norminiert.

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Seit diesem Jahr ist die Anfangseuphorie allerdings gewichen. Die anfänglich hohen Zugriffszahlen werden nicht erreicht. Die „Candy Girls“ zum Beispiel, die sich selbst noch als das „meistdiskutierte Webthema im letzten Jahr“ darstellen, schafften bei myspace pro Folge gerade einmal durchschnittlich 30.000 Aufrufe. Die Website wirkt veraltet. „Das Verhältnis von Aufwand und Gewinn ist noch ein großes Problem“, beschreibt so auch Joan Kristin Bleicher, Professorin für Fernseh- und Internetentwicklungen am Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg. Und Jens-Uwe Bornemann, Leiter des UFA Lab, einem Produzenten von Internetsoaps, bestätigt: „Es ist derzeit generell schwierig, originäre Bewegtbild-Inhalte fürs Internet kostendeckend zu produzieren. Es fehlt im Großen und Ganzen noch an der Zahlungsbereitschaft des Kunden, der Reichweite für eine kostendeckende Werbevermarktung sowie einem nachhaltigen tragfähigem Geschäftsmodell.“

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