
Radikaler Bruch in den IT-Abteilungen der Unternehmen. Über Jahrzehnte hinweg haben es die IT-Verantwortlichen geschafft, den Nutzern die Arbeitsbedingungen zu diktieren. PCs und Notebooks, die einzelnen Programme, selbst das Handymodell waren strikt vorgegeben. Doch damit ist jetzt Schluss. Oft sind die Mitarbeiter privat viel besser ausgestattet als im Büro und bringen ihr eigenes Equipment einfach mit. Außerdem wollen sie sich durch die Marke ihrer Wahl vom Schreibtischnachbarn abheben.
Eins ist sicher: Um gute junge Leute anzuziehen und das bestehende Personal nicht zu frustrieren, müssen die Betriebe handeln und neue Techniken und Geräte einführen. Doch das ist gar nicht so einfach. Das Handelsblatt zeigt, wo 2011 Handlungsbedarf besteht.
iPad & Co
Selten ist eine neue Computergeneration so gut beim Publikum angekommen wie der Tablet-PC von Apple, der iPad. Obwohl es neben der Kultmarke aus Kalifornien noch kaum Auswahl unter verschiedenen Anbietern gibt, werden dieses Jahr schon rund 20 Millionen Tablets verkauft. Nächstes Jahr werden dann vermutlich bereits 55 Millionen Stück über die Ladentheken gehen, wenn die Prognosen der Marktforscher von Gartner zutreffen. Weil für viele Mitarbeiter die Minirechner damit zum ständigen Begleiter werden, sind die IT-Chefs gefordert, die Tablets ins Firmennetz zu integrieren. "Firmen müssen erkennen, dass es nicht immer nur um Produktivität geht", sagt Gartner-Manager Stephen Prentice. Um neue Leute anzuziehen und die bestehende Belegschaft zu halten, sei es wichtig, sich um die Tablets zu kümmern.
Das ist ein Bruch mit allen Traditionen, da damit auch neue Betriebssysteme unterstützt werden müssen. Bislang haben die IT-Leiter hauptsächlich auf Windows gesetzt. Das ist jetzt vorbei, Apple zieht ein, auch an Android von Google kommen die Verantwortlichen nicht vorbei.
Schon stehen Firmen wie Cisco in den Startlöchern. Sie machen die flachen, mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm ausgestatteten Geräte zum Alleskönner auf dem Schreibtisch - und unterwegs. Telefonieren, im Internet surfen, Web-Konferenzen veranstalten, all das kann beispielsweise der neue Tablet-PC Cius, den Cisco auf der Basis von Android gerade auf den Markt bringt. "Wir machen Videokonferenzen so einfach, dass sie das Telefonieren ersetzen werden", ist Cisco-Manager Tom Puorro überzeugt. Die Gartner-Experten rechnen damit, dass 2013 vier von fünf Unternehmen weltweit den Einsatz von Tablet-PCs in ihren Systemen zulassen.
Soziale Netze
Die modernen Smartphones und Tablet-PCs sind wie geschaffen, um immer und überall mit Freunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben. Und das schon längst nicht mehr nur per E-Mail. Alle Altersgruppen nutzen inzwischen soziale Netze, um sich auszutauschen. "Die Unternehmens-IT wird durch die Konsumenten getrieben", sagt Walter Denk vom IT-Dienstleister PC-Ware.
Marktforscher sind überzeugt, dass Firmen nicht umhinkommen, die modernen Kommunikationswerkzeuge intern ebenfalls einzusetzen. Doch das ist gar nicht so einfach, es reicht nicht, dazu geeignete Software von IBM oder Microsoft zu installieren. "Die Technologie ist nur der Auslöser, die Unternehmenskultur ein Muss für den Erfolg", sagt Gartner-Analystin Monica Basso. Das Geschäft mit der sogenannten Enterprise Social Software boomt bereits. Solche Programme machen firmeninterne Blogs, Communitys, Diskussionsplattformen und vieles mehr möglich. Auch der Cloud-Pionier Salesforce ist von dem Facebook-Prinzip überzeugt und bietet eine Software an, die sich vom „Look and Feel“ an dem größten sozialen Online-Netzwerk orientiert.
















