Kassenschlager: Klein aber oho: Mini-Computer im Billigsegment

Kassenschlager: Klein aber oho: Mini-Computer im Billigsegment

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Asus bringt den erfolgreichen EeePC jetzt auch mit 9-Zoll-Display in den Handel

Gegen alle Techniktrends hat sich Asus Billig-Computer EeePC zum Kassenschlager entwickelt. Nun will auch die Konkurrenz vom Boom der Mini-Rechner profitieren – und präsentiert eine Vielzahl interessanter Notebook-Alternativen im Billigsegment.

Für Jerry Shen war es eine Kalkulation mit vielen Unbekannten. Während Computernutzer Jahr für Jahr immer schnellere Rechner kaufen, die PC-Produzenten immer edlere, teils in Alu oder gar Leder gewandete Computer entwickeln und Softwarehersteller wie Microsoft mit seinem neuen Betriebssystem Windows Vista kurzerhand die Hardwareanforderungen an

Schreibtisch- oder Notebook-Rechner verdoppeln, setzte der langjährige Chef der PC-Sparte beim taiwanischen IT-Hersteller Asus auf das Gegenteil: Ein kleines, in schlichtes Plastik gehülltes und EeePC genanntes Mini-Notebook – das Kürzel steht für „Easy to Learn, Easy to Work, Easy to Play". Kaum größer als eine DIN-A4-Seite, nur gut 900 Gramm leicht und mit nur 300 Euro geradezu provokant preiswert werde der PC-Zwerg seine Käufer finden, hoffte Shen.

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Er hat Recht behalten. Seit dem Marktstart im vergangenen Herbst verkaufte sich Asus‘ Computer-Winzling bereits mehr als eine Million Mal. Bis zum Jahresende sollen es mehr als fünf Millionen Rechner werden. Es ist ein Durchmarsch sondergleichen. Nie zuvor verkaufte sich eine Rechnerserie in so kurzer Zeit derart häufig. „Wir hätten ein Vielfaches verkaufen können, nur hatte der Hersteller Panasonic nach zwei Bränden Probleme, genug Akkus zu liefern", klagt EeePC-Erfinder Jerry Shen, der zu Jahresbeginn bei Asus auf den Chefsessel befördert wurde.

Die Käufer begeistern nicht nur das handliche Format der kleinen Laptops und ihr niedriger Preis. Dank ihres integrierten WLAN-Moduls verbinden sich die Minis problemlos mit dem Web-Zugang daheim oder dem schnurlosen Rechnernetz im Büro. Selbst wenn mit der Gehäusegröße auch die Tasten geschrumpft sind, komfortabler als auf dem Mäuseklavier eines Blackberry schreibt es sich darauf in jedem Fall.

Anfangs von der Konkurrenz eher als digitales Spielzeug abgetan, erweisen sich Asus Minis längst als „klein aber oho!". Mittlerweile hat der Erfolg des EeePC in der ganzen Branche eifrige Betriebsamkeit ausgelöst. Die anhaltend wachsende Nachfrage nach den Kompakt-Computern wollen die Wettbewerber nicht länger Asus alleine überlassen und kontern mit einem wahren Produktfeuerwerk.

Die Ergebnisse ihrer Entwicklungsarbeiten der vergangenen Monate präsentierten die Hersteller bis zum 7. Juni auf der IT-Messe Computex in der taiwanischen Hauptstadt Taipei. Während Asus dort bereits die zweite und dritte Generation des EeePC ausstellte, die Modelle 900, 901 und 1000, zeigte Konkurrent und Notebook-Primus Acer in Tainwan seinen ersten Rechnerzwerg. Der Aspire One soll bereits im Juli zu Preisen ab 329 Euro in den Handel kommen.

Etwa zeitgleich will auch MSI seinen WIND genannten – steht für Wireless Internet Device – Mini-Computer auf den Markt bringen. In der Variante mit Linux-Betriebssystem soll der Kompaktrechner knapp 400 Euro kosten, mit Windows XP wohl rund 450 Euro. Viel versprechend ist auch der PC-Winzling M912, den der Hersteller Gigabyte in Taipei erstmals gezeigt hat.

Auch zahlreiche weitere Hersteller haben in den vergangenen Wochen schon eigene Kompaktrechner auf dem Markt gebracht oder zumindest vorgestellt. Die lange Liste der EeePC-Jäger reicht von Hewlett-Packards Mini2311 über Maxdatas Belineas.book bis zum EasyNote XS von Packard-Bell.

Und die Konkurrenz wächst fast täglich weiter. Mittlerweile trägt selbst Dell-Chef Michael Dell einen Notebook-Winzling aus eigener Produktion auf Konferenzen mit sich herum. Wie das neue Dell-Baby allerdings heißen soll und wann es auf den Markt kommt, steht noch nicht fest.

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