Keine Skype-App mehr: Microsoft lässt Windows Phone langsam sterben

Keine Skype-App mehr: Microsoft lässt Windows Phone langsam sterben

, aktualisiert 21. Juli 2016, 15:05 Uhr
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Das Softwareangebot für das Betriebssystem wird dünner.

von Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

Bezahlen mit Paypal, navigieren mit Here, telefonieren mit Skype: All das ist mit Windows-Phone-Geräten bald nicht mehr möglich. Immer mehr Firmen unterstützen das System nicht mehr – die Nutzer gucken in die Röhre.

Es ist ein Eingeständnis des Scheiterns: Die Microsoft-Tochterfirma Skype kündigt der Microsoft-Plattform Windows Phone die Unterstützung auf. Ab Oktober läuft der Telefonie- und Chat-Dienst nicht mehr auf Smartphones mit dem Betriebssystem. Man wolle sich auf die „Plattformen der Zukunft“ konzentrieren, erklärte das Unternehmen in einem Blogeintrag – Windows Phone zählt offenbar nicht dazu. Nutzer, die teils mehrere hundert Euro für ihre Geräte ausgegeben haben, müssen über kurz oder lang auf andere Modelle umsteigen.

Der Grund für den Rückzieher: Skype stellt gerade die Übertragungstechnik um und überprüft in diesem Zuge, welche Betriebssysteme es noch unterstützen will – das sei nötig, um die Kapazitäten für die Weiterentwicklung der Software zu schaffen, heißt es in einem Blogpost. Priorität haben nun Windows 10, iPhone und iPad, außerdem Android. Dagegen will Skype neben Windows Phone auch ältere Versionen von MacOS, Windows und Android nicht mehr versorgen. Darunter sind Windows XP und Windows RT, das 2012 für bestimmte Tablets herauskam.

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Damit schrumpft das Angebot an beliebten Apps für das Betriebssystem weiter. Zuvor hatten bereits der Online-Händler Amazon und der Bezahldienst Paypal ihre Unterstützung aufgekündigt, der Kartendienst Here will künftig keine Updates mehr liefern. Die Auswahl an Programmen ist für Windows Phone ohnehin geringer als etwa für iOS und Android: Zahlreiche Entwickler lassen das Betriebssystem angesichts eines Marktanteils von aktuell zwei Prozent von vornherein außen vor. Damit fehlt vielen Käufern ein entscheidendes Kaufargument.

Ein Upgrade des Betriebssystems ist für viele Nutzer keine Option. Microsoft bietet Windows 10 Mobile nur für ausgewählte Modelle an (eine Liste mit Lumia-Smartphones, die ein Upgrade bekommen können, hat der Konzern auf seiner Website veröffentlicht). Etliche Geräte, die zwei oder drei Jahre alt sind, bleiben von dem neuen System ausgeschlossen.

Es ist ein weiteres Signal, dass Microsoft sich aus dem Smartphone-Geschäft zurückzieht. Der Konzern hatte 2013 die Handysparte von Nokia übernommen, um mit Apple, Samsung und anderen Konkurrenten mithalten zu können, gewann aber trotzdem keine signifikanten Marktanteile. Konzernchef Satya Nadella strich darauf den Geschäftsbereich zusammen, tausende Jobs fielen weg.

Im abgelaufenen Quartal brach der Umsatz um 71 Prozent ein, auf der Entwicklerkonferenz Build war kürzlich kaum etwas über die Pläne für die mobile Plattform zu hören. Die Zukunft beschreibt Nadella zwar als „mobile first, cloud first“ – aber das gilt nicht unbedingt für Geräte mit Microsoft-Logo.

Quelle:  Handelsblatt Online
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