Killerkeim Ehec: Gefahr noch nicht gebannt

Killerkeim Ehec: Gefahr noch nicht gebannt

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Experten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesinstituts fuer Risikobewertung (BfR) untersuchen das Gelaende der Gaertnerhof Bienenbuettel GmbH.

Ehec ist nicht der erste Killerkeim, der Millionen Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Und er ist nicht der letzte. Wie groß das Risiko wirklich ist und warum die Politik die Gefahr noch verschärft.

Düster wirkt die Mauerstraße in Berlin-Mitte. Hinter dicken Behördenfassaden, in einem Seitentrakt des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, kämpfen seit Wochen Dutzende Fachleute gegen Deutschlands aktuellem Volksfeind Nummer eins: Ehec. Wie Ermittler in einem Wallander-Krimi versuchten sie, ein Profil der Seuchenerreger zu erstellen.

Tausende Messergebnisse haben sie ausgewertet, sie haben die medizinischen Daten mit den Befunden der Lebensmittelbehörden abgeglichen. Sie haben Hunderte Lieferketten mit Zehntausenden Kunden verfolgt, um den mikroskopisch kleinen Killern auf die Spur zu kommen. Es ist „eine Art Sonderkommission mit kriminalistischem Spürsinn“, lobt Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner die „Taskforce Lebensmittel und Epidemiologie“. Am Freitag gelang ihnen der Durchbruch: Sprossen sind die Ursache der Ehec-Epidemie.

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Schnelle Identifizierung

Die Ermittlergruppe, die Aigner Anfang Juni zusammentrommelte, dürfte es so im föderalen Deutschland eigentlich gar nicht geben. Doch die Todesfälle wiegen inzwischen schwerer: 30 Menschen haben seit Anfang Mai die Infektion mit dem aggressiven Erreger nicht überlebt. Die massive Verunsicherung der Bevölkerung, woher die Mikroben stammen, tut ihr Übriges.

Einen Monat nach dem Bekanntwerden der ersten Krankheitsfälle wird – wieder einmal – erschreckend deutlich, wie sehr Ineffizienz und Kompetenzchaos bei Gesundheits- und Verbraucherschutz die Identifikation und Bekämpfung gefährlicher Krankheitserreger in Deutschland lähmen. Das Versagen im Fall Ehec fügt sich in eine lange, unrühmliche Liste von Fehlverhalten im Umgang mit Seuchengefahren – von der Rinderkrankheit BSE vor zehn Jahren über die Maul- und Klauenseuche oder die Atemwegserkrankung Sars bis hin zum Dioxinskandal Anfang dieses Jahres.

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