"Kindle Fire": Die neueste Attacke von Amazon-Boss Jeff Bezos

"Kindle Fire": Die neueste Attacke von Amazon-Boss Jeff Bezos

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Jeff Bezos nimmt mit seinem neuesten Kindle-Topmodell die Computerbranche unter Feuer.

von Matthias Hohensee

Mit seinem neuesten Kindle-Topmodell nimmt Jeff Bezos die Computerbranche unter Feuer. Mit Hardware allein lässt sich nun bei den Tablets kein Geld mehr verdienen.

Laut Amazon.com-Chef Jeff Bezos gibt es zwei Arten von Unternehmen. Die einen, die hart daran arbeiten, ihren Kunden immer mehr abzuknöpfen. Und jene, die schuften, ihre Angebote immer günstiger zu machen. „Wir sind ganz klar bei letzteren“, schreibt Bezos in einem prominent auf der Startseite seines Online-Handelshauses veröffentlichten Schreibens an seine Kunden.

Es sind keine leeren Worte.Bezos ist sogar bereit, bei der am Mittwochvormittag in der Verlagsmetropole New York vorgestellten neuesten Kindle-Generation was draufzulegen. Beim Topmodell – dem Kindle Fire für 199 Dollar – verliert Amazon.com laut Berechnungen des Analysten Gene Munster von Piper Jaffray etwa fünfzig Dollar.

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Mehr als eine Kampfansage an Apple

Bezos Kalkulation kann nur aufgehen, wenn seine Kunden ihre Kindles eifrig mit Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Videos auffüllen. Schon jetzt macht der Internet-Händler über 40 Prozent seines Umsatz mit dem Absatz von Online-Medien. Der ist weitaus lukrativer als das Versenden von Unterhaltungelektronik, Waschmittel oder Kleidung. Vor allem weil die Medien in der Regel nicht zurückgegeben werden können, keinen Raum in den Lagerhäusern einnehmen und nicht in der Gegend herumgeschippert werden müssen.

Bezos subventionierter Kampfpreis ist nicht nur eine Kampfansage an den Platzhirschen Apple, der laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner fast neunzig Prozent des weltweiten Tablet-Geschäfts mit seinem Bestseller iPad kontrolliert.

Er wird vor allem die Computerbranche kräftig durcheinanderwirbeln. Die erhoffte sich mit den schlanken Tablet-PCs einen ähnlichen Aufwind wie vor ein paar Jahren mit den Netbooks.

Dank Bezos Subventionspolitik ist nun endgültig klar, dass sich beim Nachfolger des PCs mit Hardware allein kein Geschäft mehr machen lässt. Das steckt im Handel mit Software und Medien für die Geräte – im Gegensatz zur Hardware kein Einmalkauf.

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