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Klartext: Googles verpasste Chance

von Sebastian Matthes

Mit einer neuen Strategie will Google Facebook attackieren, wieder einmal. Doch die zündende Idee fehlt.

Google Quelle: dpa
Google Quelle: dpa

Diese Zahl markiert den Beginn einer neuen Ära: Knapp zwölf Prozent ihrer Online-Zeit verbrachten europäische Internet-Nutzer im vergangenen Jahr im sozialen Netzwerk Facebook. Laut den Marktforschern von Comscore verdrängte das einstige Studenten-Netz erstmals sogar Google von der Spitze. Damit beginnt das Zeitalter des sozialen Internets. Nutzer hangeln sich weniger über Portale und Links durchs Netz als vielmehr mit Empfehlungen aus Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co.

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Für Google ist diese Entwicklung gefährlich. Obwohl die Suchmaschine selbst massenhaft Daten sammelt, um sie für Werbezwecke einzusetzen, wissen soziale Netzwerke viel mehr über ihre Nutzer: Sie kennen deren Namen, Adresse, Vorlieben, Freunde und was die Freunde der Freunde mögen. Dieses Wissen ermöglicht eine effizientere Werbung – Werbung, von der auch Google lebt.

Nutzerwechsel unwahrscheinlich

Der Suchkonzern hat deshalb immer wieder versucht, mit eigenen sozialen Funktionen zu begeistern – ohne Erfolg. Vor wenigen Tagen startete das neueste Projekt, das bisher beste: Mit Google Plus offeriert der Konzern viele Funktionen, mit denen Nutzer sich austauschen, Kurznachrichten verschicken und Artikel empfehlen können. Viele dieser Funktionen aber bieten soziale Netzwerke längst.

Es gibt für Facebook-Nutzer daher wenig Gründe, zu Google Plus zu wechseln. Dafür hätte der Suchkonzern eine völlig neue Idee gebraucht, eine Innovation, ja, letztlich eine Story. Die aber fehlt. Wie schnell sich die Stimmung gegen Netz-Champions drehen kann, zeigte in der vergangenen Woche eine andere Meldung: Newscorp verkaufte das einst größte soziale Netzwerk Myspace für 35 Millionen Dollar. Bezahlt hatte Newscorp dafür einst 580 Millionen Dollar. Auch für Myspace fehlte zuletzt die Idee.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 04.07.2011, 19:22 UhrAnonymer Benutzer: Google-

    Wie kann man denn myspace mit google+ vergleichen?
    Facebook hat seinen Zenit längst überschritten - umständliches GUi und auch keine innovationen mehr.
    Noch spielt die kritische Masse an Nutzern eine Rolle, aber google+ ist doch wirklich hipper und moderner als das, was am Markt derzeit verfügbar ist.

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