Kopfhörer Airpods im Test: Apple verbreitet wieder etwas Magie

Kopfhörer Airpods im Test: Apple verbreitet wieder etwas Magie

, aktualisiert 21. Dezember 2016, 10:06 Uhr
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Klein, leicht – und schnell verloren? Die Airpods kommen komplett ohne Kabel aus.

von Christof KerkmannQuelle:Handelsblatt Online

Dranhalten und los geht's: Apple hat mit den Airpods Kopfhörer entwickelt, die sich auf magisch einfache Art mit dem Smartphone verbinden. Auch der Klang ist prima – wäre da nicht das ungewöhnliche Design!

Düsseldorf„It just works“ – es funktioniert einfach: Es war einer der Lieblingssätze von Steve Jobs. Der Apple-Gründer pries damit viele Neuerungen an und nutzte die Einfachheit als schlagkräftiges Argument für die hochpreisigen Produkte. Doch seit dem Tod des charismatischen Verkäufers scheint das Motto bei dem Konzern nicht mehr an erster Stelle zu stehen. Das iPhone 7, das keinen klassischen Kopfhörereingang mehr hat, sehen Kritiker als Beleg dafür.

Doch gerade rechtzeitig vor Weihnachten hat Apple ein Produkt auf den Markt gebracht, das wieder Magie verbreitet: Die kabellosen Kopfhörer Airpods lassen sich mit nur einer Geste mit dem iPhone verbinden. Kein Herumfummeln in Menüs, keine abgebrochenen Koppelversuche, wie man sie von anderen Bluetooth-Kopfhörern leidvoll kennt. It just works. Auch Telefonanrufe und Befehle an die Sprachassistentin Siri bewältigen sie. Nicht immer magisch sind indes Design und Bedienung, wie ein Test zeigt.

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Bei der Vorstellung der neuen iPhone-Modelle im September spielten die Airpods eine besondere Rolle. Als die Apple-Manager auf der Bühne ankündigten, den Kopfhörereingang wegzulassen, verwiesen sie auf das komplett drahtlose Modell als Alternative – wer braucht noch Kabel, wenn es per Funk viel einfacher geht? Bei der Entwicklung und Massenproduktion stieß der Konzern aber offenbar auf Probleme, der Verkaufsstart verzögerte sich immer weiter, bis jetzt.

Dass die Entwicklung länger gedauert hat, verwundert nicht, wenn man die delikaten Geräte in der Hand hält. Das ist erstaunlich viel Technik auf erstaunlich wenig Raum: Lautsprecher, Mikrofon, Prozessor, Sensoren. All das reibungslos zum Laufen zu bekommen, ist nicht so einfach, wie die anfänglichen Schwierigkeiten des Konkurrenzproduktes The Dash zeigen.

Die schlanke Bauweise führt allerdings zu einem Design, das – vorsichtig gesagt – nicht jeden überzeugt: Unter den weißen Knöpfen befindet sich ein länglicher Steg, der auf den ersten Blick wie ein Ohrhänger aussieht. Im Netz wurden die Geräte daher wahlweise als Snoopy-Imitation oder Zahnbürstenkopf verspottet. Elegant ist immerhin die Aufbewahrungsbox, die gleichzeitig als Ladeschale dient. 15 Minuten bringen nach Firmenangaben drei Stunden Hörzeit oder eine Stunde Sprechzeit. So kommt man mit den Airpods auf jeden Fall über den Tag.


Siri erwacht nach einem doppelten Tippen

Hören und sprechen, das geht gut. Die Airpods sitzen fest, der Klang ist prima – Musik kommt ausgewogen rüber, auch wenn der Bass eine Nuance stärker sein dürfte. Beim Telefonieren sind die Gesprächspartner klar zu verstehen, auch das Mikrofon tut von der Wange aus seinen Dienst zuverlässig. Beim Joggen gehen die Hörer nicht verloren, verrutschen allerdings manchmal. Einen Silikonüberzug, der für einen besseren Sitz sorgt, liefert Apple leider nicht. Da die Hörer nicht wasserdicht sind, ist intensiver Sport indes ohnehin keine gute Idee.

Gerade über die Bedienung haben sich die Apple-Entwickler viele Gedanken gemacht. Etwa über das Koppeln, das in wenigen Sekunden gelingt: iPhone entsperren, Airpod-Behälter öffnen, nebeneinanderhalten, auf „verbinden“ tippen, fertig. Danach stehen die Kopfhörer automatisch auf allen Geräten zur Verfügung, die mit dem iCloud-Nutzerkonto verbunden sind. Das hat beim Test reibungslos geklappt. Übrigens eignet sich das Modell auch als Headset für Produkte ohne Apple-Logo, wobei das Koppeln dann so läuft wie bei allen Bluetooth-Geräten.

Nicht immer so glatt läuft die Bedienung während der Benutzung. Denn auf Knöpfe, etwa für die Lautstärke, verzichtet Apple vollständig – Nutzer müssen entweder zum iPhone greifen oder die Sprachsteuerung nutzen, die nach einem doppelten Tippen auf die Hörer bereit steht (Siri hört auf Befehle wie „Lauter“, „Musik Pause“ oder „Spiele Musik von 'Mumford and Sons'“). Das funktioniert zwar ohne Probleme, ist jedoch etwas lästig, wenn man nur die Lautstärke reduzieren oder zum nächsten Lied springen will. Oder wenn man keine Internetverbindung hat und Siri den Dienst verweigert.

Fazit: Starke Technik, umstrittenes Design

Die Airpods sind ausgereifte Bluetooth-Kopfhörer, die besonders gut mit Apple-Geräten zusammenspielen. Wer ein kabelloses Headset haben will, macht damit nichts falsch, wenn denn das Design nicht missfällt. Sportler sollten allerdings überlegen, ob sie nicht ein Modell kaufen, das dank Silikonüberzügen besser sitzt und vielleicht sogar gleich im Ohr den Puls misst.

Quelle:  Handelsblatt Online
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