Künstliche Intelligenz: Spezialsoftware als Sekretärin

Künstliche Intelligenz: Spezialsoftware als Sekretärin

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Unsichtbarer Assistent

von Thomas Kuhn

Computer lernen erstmals, den Menschen wirklich zu verstehen. Sie beantworten Mails, Briefe und sogar Telefonanrufe.

Am Anfang ist es nur ein Verdacht, dann aber wird Dave Bowman klar: HAL 9000, der Bordcomputer, der Menschen versteht und autonom denkt, trachtet der Besatzung des Raumschiffs Discovery nach dem Leben. Nur wenn es ihm gelingt, HAL abzuschalten, hat er eine Chance zu überleben, erkennt Bowman in Stanley Kubricks gut 40 Jahre altem Kino-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“. Das Duell zwischen Astronaut und Rechner zählt zu den Höhepunkten des Science-Fiction-Films. Bis heute ist der Streifen Symbol für die Skepsis vieler Menschen gegenüber der Intelligenz der Maschinen.

Lars Stevenson schreckt das nicht. Der Unternehmer aus Heidelberg hat HALs Computerauge als Symbol für das Logo seines Unternehmens Human Machine Intelligence (HMI) gewählt. Denn genau das ist das Ziel des 40-jährigen IT-Experten: Er will Computer so programmieren, dass sie Sprache und Texte interpretieren können – genau wie Menschen.

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Mit seinem 35 Köpfe starken Team hat er dazu neben der Software Lingua, einer linguistischen Programmiersprache, mehrere digitale Agentensysteme entwickelt. Sie sollen Standardaufgaben in Unternehmen automatisch abwickeln: E-Mails und Briefe beantworten, Telefonate durchstellen und Kundenfragen beantworten. Seit seiner Jugend trieb Stevenson die Idee um, Computern Verständnis für das menschliche Denken beizubringen.

Immense Wachstumschancen

Heute ist genau das eines der wichtigsten Wachstumsfelder der IT-Branche: Es geht um die Frage, wie Rechner lernen können, die wachsende Menge an unsortierten Datenschnipseln in den Griff zu bekommen, die Flut von Mails, Kurznachrichten, WebSeiten, in denen sich nützliche Informationen finden, die aber bisher nicht für Computer erfassbar sind.

Nach einer Studie des Marktforschers IDC wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr elektronische Daten generiert als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor. Menschen können diese Flut schon lange nicht mehr verarbeiten. Computer – zumindest theoretisch – schon. Wenn sie denn in der Lage sind, aus dem Wust der Wörter sinnvolle Inhalte zu destillieren.

Lingua soll das leisten. „Die Software ist sowohl in der Lage, zu verstehen, worum es in E-Mails geht, als auch die Anliegen der Anrufer aus deren natürlicher Sprache zu extrahieren“, verspricht Stevenson. Wie eine Art unsichtbarer Assistent könne der Rechner etwa Kundenberatern am Telefon alle passenden Informationen zum Thema des Anrufs aus Datenbanken anzeigen: Der Computer hört mit, versteht das Problem und sucht die richtigen Fakten.

Bislang durchforsten die Rechner Dokumente zumeist nach Schlüsselbegriffen, die ihnen vorher beigebracht wurden, und versuchen daraus die Inhalte abzuleiten. Kernproblem dieser Verfahren aber ist bisher, dass die Technik bei Formulierungen oder Begriffen versagt, die das Programm noch nicht kennt.

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