
MoskauTrümmer eines abgestürzten russischen Satelliten sollen in Sibirien ausgerechnet auf ein Haus in der Straße der Kosmonauten gefallen sein. Die Teile durchschlugen mit lautem Knall das Hausdach in der Nummer 5, wie der unversehrte Bewohner Andrej Kriworutschenko sagte. Er forderte Schadenersatz. Bilder von den Schäden in dem Dorf Wagajzewo im Gebiet Nowosibirsk veröffentlichte am Montag die Moskauer Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“.
Der Militärsatellit „Meridian“ war am vergangenen Freitag kurz nach dem Start wegen einer Fehlzündung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete abgestürzt. Es war die bereits siebte schwere Panne der russischen Raumfahrt in diesem Jahr, wie russische Medien berichteten. Der nach Schätzungen etwa 50 Millionen Euro teure „Meridian“-Satellit sollte die Kommunikation zwischen den Schiffen und Flugzeugen der Militäraufklärung im Eismeer und den Bodenstationen an den Ufern sichern.
Die russische Raumfahrt sei in einer Krise, sagte der Chef der russischen Behörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, nach Angaben der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Unterdessen bereitete Roskosmos den Start des niederländischen Kommunikationssatelliten „NSS-14“ vor, der am späten Montagabend mit einer Proton-Rakete vom Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) abheben sollte.
Festhalten will Roskosmos auch an den Plänen für den Start einer Sojus-Rakete an diesem Mittwoch, die sechs neue Satelliten für das US-Kommunikationssystem Globalstar an Bord hat. Nach russischen Angaben wurde dafür eine spezielle letzte Raketenstufe installiert, um eine neue Panne zu verhindern.











