Lebensmittel: Was Verbraucher im Dioxin-Skandal wissen müssen

Lebensmittel: Was Verbraucher im Dioxin-Skandal wissen müssen

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Eier

Der aktuelle Dioxin-Skandal verunsichert Verbraucher. Wie belastet sind Eier, Schweine und Geflügel? Wie gesundheitsschädlich ist der Verzehr von belasteten Lebensmitteln? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Besteht eine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher?

Der Genuss von Eiern gefährde die Gesundheit akut nicht, betont der Sprecher des Bundeslandwirtschafts-ministeriums. Es wäre „völlig überzogen“, auf den Genuss von Eiern und Fleisch zu verzichten. Mit den Ländern soll geprüft werden, ob es für die Hersteller Verschärfungen geben muss. Auch der Lebensmittelhandel ist bemüht, die Kunden zu beschwichtigen. „Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Deswegen ziehen die Unternehmen auch nicht flächendeckend Ware aus dem Verkehr“, erklärte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE).

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Wieviel Eier werden gefährlich?

Seit 01.01.2005 gilt der Grenzwert von drei Pikogramm (Billionstel Gramm) je Gramm Fett für alle Eier. Ein Ei enthält etwa drei bis vier Gramm Fett. Somit darf ein Ei zwischen neun und zwölf Pikogramm an Dioxinen enthalten. Der laut "Bild am Sonntag" gemessene höchste Wert lag bei 50 bis 65 Pikogramm. Ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener soll pro Woche nicht mehr als 980 Pikogramm Dioxine aufnehmen. Um diesen Wert allein durch Eier zu erreichen, müsste er also 16 bis 20 extrem belastete Eier essen, erklärt die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.

Wie können Verbraucher sich vor dem Verzehr von belastetet Eiern schützen?

Verbraucherschützer und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) raten zum Kauf von Bio-Eiern. „Wir können eindeutig ausschließen, dass Bio-Höfe betroffen sind, da konventionelle Futtermittel dort nicht erlaubt sind“, sagte BÖLW-Geschäftsführer Alexander Gerber. Eine Belastung von Eiern aus Freilandhaltung sei dagegen „prinzipiell möglich“. Die Verbraucherzentrale NRW bestätigte diese Einschätzung. Im Jahr 2002 waren allerdings Bio-Eier und Bio-Fleisch von einem Lebensmittelskandal betroffen. Über Futtergetreide gelangte der Giftstoff Nitrofen aus einer mit Pflanzengiften belasteten Lagerhalle in die Bio-Lebensmittel.

Wie erkennen Verbraucher belastete Eier?

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat die Stempelnummern möglicherweise belasteter Eier veröffentlicht. Verbraucher haben so die Möglichkeit, diese Eier zu erkennen und auf ihren Verzehr zu verzichten. Laut Internetseite des Ministeriums handelt es sich um Eier aus zwei Legehennen-Betrieben in den Kreisen Soest und Steinfurt, von denen nachweislich Eier mit überhöhten Dioxinwerten in den regionalen Handel gebracht wurden. Diese Eier wurden bis zum 23. Dezember verkauft, es handelt sich um XL-Eier mit der Stempelnummer 2-DE-0513912 und um bräunliche Eier mit der Nummer 3-DE-0514411. Die möglicherweise belasteten Eier wurden zuletzt am 23. Dezember 2010 verkauft. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist mit dem 20.01.2011 angegeben.

Schleswig-Holstein hat ein Telefon-Hotline unter der Rufnummer 0431 160-6666 eingerichtet.

Betroffene Eier aus Niedersachsen sind mit dem Erzeugercode 2-DE-0355461 versehen.

Laut der nordrheinwestfälischen Verbraucherzentrale sind auch Eier mit den folgenden Stempelaufdrucken betroffen:

3-DE-0312141 

2-DE-0312142 

2-DE-0312151

2-DE-0350384

Besitzer von Smartphones können sich zudem die Verbraucher-App barcoo herunterladen. Sie zeigt nach Eingabe des Stempelaufdrucks an, obb ein Ei mit Dioxin belastet ist.  

Wie kann Dioxin beim Menschen getestet werden? 

Dioxine reichern sich beim Menschen besonders im Körperfett an - beim Verdacht einer Dioxin-Vergiftung werden daher die Fettzellen genauer unter die Lupe genommen. Meistens wird hierzu eine Blutprobe genommen. Dort hat sich das Dioxin aufgrund seiner chemischen Eigenschaften in Kügelchen aus Eiweiß und Fett eingelagert. Diese sogenannten Lipoproteine sind für den Fetttransport im Blut zuständig. Die Kugeln werden aus dem Blut herausgefiltert und genauer analysiert. Unter anderem mit Hilfe der sogenannten Massenspektrometrie, einem Verfahren, mit dem winzige Teilchen und Moleküle noch in extrem geringer Konzentration nachgewiesen werden können.

Es ist auch möglich, das Fettgewebe direkt zu untersuchen, zum Beispiel indem man eine Probe vom Bauchfett nimmt. Dies ist aber weitaus schmerzhafter. Die Untersuchung des Blutes ist sehr aufwendig und kostspielig - Betroffene müssen zwei bis drei Wochen auf die Ergebnisse warten. Die Analyse kostet mehrere hundert Euro.

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