Luftfahrt: Iata-Chef: "Wir kämpfen ums Überleben"

Luftfahrt: Iata-Chef: "Wir kämpfen ums Überleben"

Die Weltluftfahrtorganisation Iata hat die Politik davor gewarnt, die internationalen Fluggesellschaften wie geplant mit zusätzlichen Kosten von bis zu sechs Milliarden Euro bis 2012 zu belasten.

Giovanni Bisignani, Generaldirektor der Iata, sagte im Gespräch mit der WirtschaftsWoche, die aktuelle Krise gehe an die Substanz der Fluggesellschaften. „Wir kämpfen ums Überleben. Egal, ob die Krise lang oder kurz ist, danach wird nichts mehr wie vorher sein. Wir müssen die Krise nutzen, um gemeinsam mit der Politik und unseren Partnern wie Flughäfen und Flugzeugherstellern eine stärkere Branche zu werden.“

Keinesfalls könnten die Fluggesellschaften zusätzliche Lasten tragen. „Wir zahlen jedes Jahr zig Milliarden an Abgaben und mehr als 50 Milliarden Euro an von der Politik geschaffene künstliche Monopole wie Flughäfen, Luftraumüberwachung und ineffiziente Sicherheitsleistungen. Und bis 2012 sollen noch mal sechs Milliarden hinzukommen, vor allem durch Umweltauflagen. Und das in einer Zeit, in der viele andere Branchen staatliche Unterstützung bekommen.“

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Die Fluggesellschaften bräuchten die Mittel, um in neue Technologien und den Klimaschutz zu investieren. Es sei das Ziel der Branche, „sicherer, grüner und profitabler“ zu werden, so Bisignani. „Das beginnt bei neuen Navigationsverfahren, die unsere Flüge schneller machen. Dazu haben wir uns auf der Jahrestagung der Iata in Kuala Lumpur in Malaysia das Ziel gesetzt, bis 2020 den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid zu bremsen und danach zu senken. Kerosin ist inzwischen unsere größte Kostenposition, und jede Einsparung macht uns profitabler.“

Dagegen glaubt der Iata-Chef nicht daran, dass es den Fluggesellschaften gelingen könnte, ihre Einnahmesituation durch höhere Ticketpreise zu verbessern. „Schön wäre es. Tatsächlich sind die Flugpreise bereits vor der Krise im Schnitt pro Jahr um rund zwei Prozent gesunken. Das geht auch nach der Krise so weiter.“

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