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Luftüberwachung: Zivile Drohnen für Google

von Sebastian Matthes und Bernd Mertens

Der amerikanische Internetkonzern Google testet offenbar den Einsatz kamerabestückter ziviler Drohnen. Datenschützer fürchten einen tieferen Eingriff in die Privatsphäre.

Google-Drohne
Google-Drohne

Der deutsche Drohnenhersteller Microdrones bestätigte der WirtschaftsWoche, bereits eine kamerabestückte Mini-Drohne an die Google-Zentrale geliefert zu haben. „Wir haben gute Chancen, mit Google dauerhaft ins Geschäft zu kommen“, sagt Microdrones-Chef Sven Juerss. Schon bald, so hofft er, werde sein Unternehmen Dutzende fliegende Augen nach Kalifornien liefern.

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„Die Drohnen sind bestens geeignet, um aktuellere Aufnahmen für den Kartendienst Google Earth zu liefern“, sagt Juerss. Zivile Drohnen sind unbemannte Flugobjekte mit einer Reichweite von einigen tausend Metern, die in einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometern pro Stunde vollautomatisch ganze Stadtteile überfliegen können. „Der Internet-Konzern könnte damit aber auch Windparks inspizieren, in die das Unternehmen gerade investiert.“ Google äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema.

"Probleme tiefgreifender als bei Google Street View"

Datenschützer sind angesichts dieser Möglichkeiten entsetzt. „Die Probleme könnten noch tiefgreifender sein als bei Google Street View“, sagt der nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Ulrich Lepper. Denn die nahezu lautlosen Flieger seien in der Lage, völlig unbemerkt in nichtöffentliche Bereiche vorzudringen: Sie können Livebilder aus Gärten und von Balkonen liefern, Orte, die ähnlich detailliert weder auf Fotos von der Straße aus noch auf herkömmlichen Luftbildern zu sehen sind.

Die Flugroboter könnten dabei sogar unbemerkt in Fenster hineinfilmen, mithilfe von Nachtsichtgeräten selbst wenn es dunkel ist. Stattet man sie zudem mit Wärmebildkameras aus, wären sie sogar in der Lage, durch Vorhänge und Wände hindurchzublicken. Zu dem Vorwurf, einen Big Brother der Lüfte zu liefern, sagt Juerss: „Es war immer schon verboten, mittels Foto und Film in die Privatsphäre einzudringen“, sagt er. „Unsere Drohnen haben an dieser Rechtslage nichts geändert.“

Welche Unternehmen die umstrittenen Mini-Flieger bereits einsetzen, in welche Richtung Forscher die Technik weiterentwickeln und was das für unsere Privatsphäre bedeutet, lesen Sie hier. 

39 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.07.2011, 09:11 UhrAnonymer Benutzer: Jennerwein

    Grins - gratis Tontauben - und noch frei Haus geliefert *g*

    Sobald ich eins davon über meinem Grundstück entdecke....

  • 09.07.2011, 01:30 UhrAnonymer Benutzer: Markus Vogel

    Die sollen es wagen in meinen Garten einzudringen, das Ding werde ich, falls ich es bemerke mittels eines bewegungsmelders, den ich ohnehin besitze sofort vom Himmel holen mit einem Luftgewehr.

  • 09.07.2011, 00:08 UhrAnonymer Benutzer: Horst

    Diese Drohnen sind kein Problem. Sollte so ein Teil über meinem Garten filmen, baller ich das Teil eben runter.

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