Mac OS X Lion: Schieben statt scrollen

Mac OS X Lion: Schieben statt scrollen

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Mac OS X Lion auf der Apple-Konferenz in San Francisco, Juli 2011

Apples Betriebssystem Mac OS X wird mit der Version Lion runderneuert. Im Unterschied zu Snow Leopard ändert sich mit Lion auch für Nutzer vieles, wie Golem.de im Test nachvollziehen konnte. Die meisten Änderungen lohnen sich. Viele Nutzer werden sich aber von gewohnten Mustern trennen müssen, wenn sie von den Neuerungen profitieren wollen. Mac OS X 10.7 alias Lion steht ab sofort zum Download bereit.

Fast zwei Jahre ist es her, dass wir die letzte Version von Mac OS X getestet haben. Mac OS X 10.6, besser bekannt als Snow Leopard, war nur ein kleines, aber dafür günstiges Update für 29 Euro. Apple verlangt für Lion sogar noch weniger. Gerade einmal 24 Euro muss ein Anwender für das neue Betriebssystem ausgeben und erhält dafür viele Veränderungen, die aber nicht jedem gefallen werden. Der folgende Test basiert auf dem Goldmaster von Mac OS X 10.7 auch bekannt als Lion (Build 11A511).

Umdenken ist angesagt

Die größte Änderung fällt gleich beim Start von Mac OS X 10.7 auf: Traditionelles Scrollen gibt es nach Apples Willen nicht mehr. Die Einstellung lässt sich aber auch umkehren. Früher wurde mit dem Mausrad der Scrollbalken bewegt und der Bildschirminhalt in entgegengesetzter Richtung geschoben: Wer das Mausrad in Richtung der Hand dreht, scrollt also nach unten und schiebt dabei den Bildschirminhalt nach oben.

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Auf Touchscreens wird der Scrollbalken seit jeher nicht mehr genutzt. Stattdessen wird der Bildschirminhalt selbst bewegt. Genau das will Apple nun auch auf dem Desktop umsetzen. Die allgemeine Sichtbarkeit der Scrollbalken verschwindet - sie werden nur noch bei Bedarf eingeblendet - und der Bildschirminhalt wird direkt angefasst.

Wer also eine Scrollbewegung nach unten ausführt, also beispielsweise das Mausrad in Richtung Hand dreht, bewegt auch den Bildschirminhalt nach unten. Der unscheinbare Scrollbalken bewegt sich hingegen nach oben. Es dauert ein paar Stunden, bis man dieses Verfahren verinnerlicht hat. Jahrzehntelange Gepflogenheiten stellt Apple plötzlich auf den Kopf. Uns gelang dieses Umdenken, jedoch gibt es Probleme, wenn zwischendurch der Rechner und damit das Scrollverhalten gewechselt wird. Wer will kann auf das alte Scrollverhalten in den Systemeinstellungen wechseln.

Nach mehreren Stunden Nutzung von Lion fühlte sich sogar der Wechsel auf Snow Leopard ungewohnt an. Statt durch einen Text zu scrollen, stießen wir beim Versuch, herunterzuscrollen, ständig an die virtuelle Decke des Browsers. Zu lernen, wann in welche Richtung auf welchem Rechner gescrollt werden muss, hat dann jeweils durchaus einige Tage gedauert. 

Der Wechsel auf Windows gestaltete sich hingegen einfacher. Wer in beiden Welten lebt, schaltet ohnehin im Kopf automatisch zwischen den unterschiedlichen Tastaturlayouts um. Gefühlt ist das zusätzliche Umdenken beim Scrollen dann kein so großer Schritt mehr.

Multitouchgesten und grundsätzlicher Umbau stehen im Mittelpunkt des Löwen

Mit der neuen Scrollfunktion wird auch die Gestensteuerung runderneuert. Eines vorweg: Wer kein Trackpad besitzt, sei es im Notebook oder als das von uns getestete Magic Trackpad, muss auf einige Gesten verzichten: Mit der Magic Mouse funktioniert nur ein Bruchteil der nun beschriebenen Gesten.

Die Gesten sind jetzt stärker auf die Nutzung von mehr als zwei Fingern ausgelegt. Mission Control, die Zusammenfassung des Dashboards, der Spaces und Exposés, wird komplett mit drei Fingern bedient. Ein Wischen mit drei Fingern nach oben zeigt die neue Übersicht aller Fenster an. Dort können auch Spaces hinzugefügt werden. Zudem können die einzelnen Fenster per Drag & Drop in den jeweiligen Space gepackt werden. Ein Klick auf das rechts erscheinende Plus-Symbol genügt. Zwischen dem Dashboard, den Spaces und Anwendungen im neuen Vollbildmodus wird mit Rechts-Links-Wischen mit Hilfe von drei Fingern gewechselt.

Der Anwender schiebt dabei den aktuellen Bildschirm zur Seite und wechselt rechtswischend zum Dashboard sowie linkswischend zu den Vollbildanwendungen oder anderen Spaces. Das funktioniert meist ziemlich gut. So kann der Anwender beim Anschauen einer DVD schnell auf einen Desktop wechseln oder seine E-Mails im Vollbildmodus abrufen. Gelegentlich viel aber beim Test auf, dass vor allem Drei-Finger-Gesten etwas haken. Mitunter wurde der dritte Finger nicht erkannt und der Nutzer muss neu ansetzen. Es gibt aber eine einfache Abhilfe: Der Anwender kann im Zweifel auch mit vier Fingern eine Drei-Finger-Geste durchführen. 

Der Vollbildmodus selbst ist in der aktuellen Form eine Neuerung. Apple hat hier versucht, möglichst viele Anwendungen so weit anzupassen, dass sie den gesamten Bildschirm ausnutzen. Es verschwinden also sowohl die Menüleiste oben als auch das Dock. Wer mit der Maus nach oben fährt, bekommt die Menüleiste automatisch eingeblendet. Es geht also nicht immer komplett ohne sie. Vollbildanwendungen erkennt der Nutzer an den zwei Pfeilen an der rechten oberen Seite. Prinzipiell ist es möglich, mehrere Vollbildanwendungen gleichzeitig offen zu haben. Zwischen diesen - und den Spaces - wird dann mit der Vier-Finger-Geste umgeschaltet. Davon unabhängig gibt es auch alte Vollbildanwendungen. Diese sind mit Mission Control aber inkompatibel. Wer in der Fotoanwendung Aperture 3.1.2 in den Vollbildmodus geht, kann keine der Mission-Control-Gesten verwenden. Mit der Version 3.1.3 hat Apple die Anwendung einem kompatibel mit dem Vollbildmodus von Lion gemacht.

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