Medizin: Noroviren: Suche nach einem Impfstoff

Medizin: Noroviren: Suche nach einem Impfstoff

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Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz in Sachsen-Anhalt

Millionen Menschen leiden unter besonders widerstandsfähigen Noroviren – Forscher suchen fieberhaft nach Impfstoffen.

Hat es Sie auch erwischt? Gerade ging es Ihnen noch gut, doch schlagartig überkommt Sie ein nicht zu unterdrückender Brechreiz verbunden mit Bauchkrämpfen und Durchfall?

Wenn Sie zwei Tage lang kaum aufstehen, geschweige denn zur Arbeit gehen konnten, sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Opfer der Noroviren geworden. Diese hochansteckenden Erreger grassieren weltweit in der kalten Jahreszeit und befallen Millionen Menschen vor allem in Kliniken, Alten‧heimen, Schulen und Kindergärten. Und es infizieren sich immer mehr Menschen.

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Forscher beunruhigt

Was die Forscher am meisten beunruhigt: Es ist schon der dritte Winter in Folge mit sehr hohen Ansteckungszahlen. Normalerweise wechseln sich starke und schwache Jahre ab. Doch der starken Saison 2006/07 folgte ein Rekord-Winter 2007/08: Allein in Deutschland wurden fast eine Viertelmillion Noroviren-Opfer beim Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. In diesem Jahr ist es kaum besser.

Offensichtlich halte sich ein besonders aggressiver Virenstamm schon im dritten Jahr, sagt Marina Höhne, Leiterin des RKI-Konsiliarlaboratoriums für Noroviren. Das ist neu: Bisher waren die übelsten Noroviren-Stämme in der Sommersaison immer wieder verschwunden – und bis sich eine neue aggressive Viren-Mutation gebildet hatte, dauerte es ein bis zwei Jahre. 

Höhne beobachtet akribisch, wie sich das Erbgut der Virenstämme und -subtypen von Saison zu Saison verändert. Ähnlich wie Grippe-Viren sind auch Noroviren sehr wandelbar. Allerdings wissen die Forscher viel weniger über sie.

Erst seit 2001 gibt es ein Nachweis-Verfahren für die 1972 entdeckten Noroviren, und züchten lassen sie sich bisher gar nicht. So ansteckend sie für den menschlichen Körper seien, so wenig ließen sich Zellkulturen mit Noroviren infizieren, sagt Höhne. Das macht die Suche nach einem Gegenmittel oder Impfstoff extrem schwer.

Nur ein einziges Unternehmen, Ligocyte aus Montana, USA, hat bisher eine Impfung entwickelt. Doch die befindet sich noch in der ersten von drei Prüfungsphasen am Menschen. Derweil hilft vorbeugend nur, sich oft die Hände zu waschen und von Erkrankten fernzuhalten.

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