Messe-Highlights: Neue TV-Generationen auf der IFA

Messe-Highlights: Neue TV-Generationen auf der IFA

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (r., CDU) und die so genannte Miss IFA, Eva, bei der Eröffnung der IFA in Berlin

Die Unterhaltungselektronik-Hersteller bringen zur Funkausstellung IFA neue Generationen der Flachbildfernseher - ihrer wichtigsten Wachstumstreiber - in Position. Heute öffnet die Messe unter dem Funkturm für das Publikum.

Die neuen Fernseher sind dünner, versprechen eine verbesserte Bildqualität und zusätzliche Funktionen. Weitere Trends sind Internet-Dienste auf dem TV-Bildschirm, die Vernetzung unterschiedlicher Geräte und Angebote sowie Stromsparfunktionen. Die Flachbildfernseher finden auch in diesem Jahr ungeachtet des schlechten Konsumklimas einen reißenden Absatz. Im ersten Halbjahr stiegen die Verkäufe in der wichtigsten Produktgruppe der LCD-Fernseher um fast 60 Prozent.

Zur offiziellen IFA-Eröffnung forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Industrie auf, noch mehr zu tun, um die Verschwendung von Energie durch den Standby-Betrieb von Elektrogeräten zu vermeiden. „Wir werden in der Rechtsetzung hier auch voranschreiten“, kündigte sie an. Die Regierung hatte bereits vor zweieinhalb Jahren gesetzliche Schritte gegen Stand-by-Funktionen angekündigt. Merkel betonte, würden alle Standby-Geräte abgeschaltet, könne der Strom von zwei Großkraftwerken eingespart oder exportiert werden. „Kleinvieh macht auch Mist“, umschrieb die Kanzlerin die Notwendigkeit vieler kleiner Schritte zu mehr Energieeffizienz.

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Merkel sprach sich zudem für eine schnelle Umstellung des Fernsehprogramms auf das Format HDTV mit seiner höheren Bildauflösung aus. „Ich empfehle beiden, den Geräteherstellern und Anbietern mutig den Weg nach vorn zu gehen.“ Beide Seiten dürften sich nicht auf gegenseitigen Schuldzuweisungen ausruhen. Die Elektronik-Industrie dringt seit Jahren auf eine raschere Einführung von HDTV-Übertragungen. Die TV-Sender verweisen auf hohe Kosten für entsprechende Produktions- und Übertragungstechnik.

Vernetzung wird groß geschrieben

ARD und ZDF wollen den regulären Sendebetrieb Anfang 2010 aufnehmen und in einem Jahr zunächst die Testübertragung starten. Gestern standen vor allem Neuheiten der großen Elektronik-Hersteller im Mittelpunkt. Von Sony kam Konzernchef Howard Stringer persönlich nach Berlin, um den neuen Führungsanspruch des japanischen Unternehmens zu unterstreichen. Mit einer Reihe von Innovationen wolle Sony sich wieder an die Spitze der Markenhersteller von Unterhaltungselektronik setzen, kündigte er an. Ein Schwerpunkt sei die Vernetzung verschiedener Geräte und Inhalte. Sony hofft dabei auch auf seine Musik-, Spiele- und Film-Sparten.

Im Markt für LCD-Fernseher will das Unternehmen bis zum Jahr 2010 mit seinen Bravia-Modellen die weltweite Nummer eins werden, sagte Stringer. Derzeit sei Europa inklusive Osteuropa der größte Markt und für Sony von strategischer Bedeutung. Als den flachsten Fernseher der Welt stellte das Unternehmen seinen „Bravia ZX1“ vor, der nur noch 9,9 Millimeter dick ist. Das Modell soll im Dezember in Europa in den Handel kommen und erst dann in den japanischen Markt eingeführt werden. Über eine zusätzliche Media-Box sollen die „Bravia“-Fernseher zudem künftig drahtlos auf Inhalte in HD-Qualität zugreifen können.

Konkurrent Panasonic kündigte auf der IFA in Berlin ein neues TV-Gerät seiner Viera-Reihe an, über das per Knopfdruck auf Internet-Inhalte wie die Video-Plattform YouTube, den Bilderdienst Picasa, eine Wettervorschau oder Finanznachrichten der amerikanischen Agentur Bloomberg aufgerufen werden können. Der „Viera cast“ bringe IPTV und Video-on-Demand kostenlos und ohne Zusatzgeräte auf den Fernseher. Erforderlich ist lediglich eine Internet-Verbindung. Als Premium- Partner wird der TV-Sender Eurosport insgesamt 500 Videos in hoher Auflösung (HD) in fünf Sprachen anbieten. Die „Viera cast“-Fernseher sollen ab Frühjahr 2009 auf den Markt kommen.

Stromsparende Techniken

Sharp und der koreanische Hersteller LG stellen in Berlin Fernseher-Modelle vor, die Strom dadurch sparen, dass sich der Bildschirm auf die Lichtverhältnisse im Raum einstellt. Bei der Technologie ermittelten Sensoren die Helligkeit in einem Raum und stimme damit Parameter wie Farbsättigung, Helligkeit, Schärfe und Kontrast ab, erläuterte LG. „Wenn man im dunklen Wohnzimmer sitzt, muss das Display nicht mehr so hell leuchten.“

Der TÜV Süd habe „unter optimalen Verhältnissen“ eine Reduzierung des Stromverbrauchs von bis zu 62 Prozent gemessen. Der Mangel an TV-Sendungen in hoher Auflösung im HDTV-Format bleibt für die Branche ein schwieriges Thema.

Toshiba wies auf der IFA darauf hin, dass nur wenige Verbraucher die HD-Technologie nutzen, obwohl in europäischen Haushalten mittlerweile 42 Millionen dafür geeignete Flachbildfernseher stehen. „Nur zwei Prozent der Haushalte in Europa sehen tatsächlich HDTV“, sagte der europäische Toshiba-Chef Alan Thompson. Der japanische Elektronikkonzern, der im Formatkrieg um die Nachfolge der DVD mit seinem System HD DVD gegen die Blu-ray Disc verlor, kündigte auf der IFA daher eine Reihe von Geräten an, mit denen herkömmliche TV-Signale und DVDs in einer „HD- ähnlichen“ Qualität auf den Bildschirm gebracht werden können.

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