Microsoft-Unterhaltungschef Robbie Bach: "Schnell, elegant und sexy"

Microsoft-Unterhaltungschef Robbie Bach: "Schnell, elegant und sexy"

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Robbie Bach, Präsident von Microsofts Mobilfunk- und Unterhaltungssparte

Robbie Bach, der Präsident von Microsofts Mobilfunk- und Unterhaltungssparte, will von der Wirtschaftskrise profitieren.

WirtschaftsWoche: Herr Bach, Soziologen behaupten, dass Menschen in wirtschaftlich schlechteren Zeiten nach Ablenkung suchen. Beflügelt die Wirtschaftskrise schon den Absatz Ihrer Xbox-Spielekonsolen?

Robbie Bach: Ich weiß nicht, ob es tatsächlich an der Wirtschaft liegt, aber unser Geschäft läuft derzeit exzellent. Seit der Preissenkung für die Xbox Arcade im September ist der Absatz rasant in die Höhe geschnellt, und wir haben Sonys Playstation 3 hinter uns gelassen. Gegenwärtig haben wir mit der günstigsten Spielekonsole ihrer Leistungsklasse vermutlich das passende Produkt zur richtigen Zeit. Im Abschwung verzichten die Leute vielleicht auf Urlaubsreisen oder Autokauf – aber auf Unterhaltung zu Hause verzichten sie nicht. Davon profitieren wir.

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Setzt sich der Trend im Weihnachtsgeschäft fort?

Ich habe in den vergangenen Tagen mit vielen Vertriebspartnern gesprochen. Die sind optimistisch, vorsichtig optimistisch. Dem schließe ich mich an.

Immer mehr Menschen begeistern sich fürs digitale Spielen unterwegs, etwa mit der mobilen Spielekonsole Nintendo DS oder Sonys Playstation Portable PSP. Wie lange wollen Sie dieses Geschäft noch der Konkurrenz überlassen?

Der Einstieg in den mobilen Spielemarkt erfordert einen enormen Aufwand, vergleichbar dem, den wir bei der Einführung der Xbox hatten. Da konzentrieren wir uns lieber erst einmal darauf, zu Hause erfolgreich zu sein, sei es mit der Xbox oder mit PC-Spielen.

Nintendos DS verkauft sich hervorragend. Und Sie sehen tatenlos zu?

Nintendo macht einen sehr guten Job. Aber schon bei der PSP bin ich mir nicht sicher, dass Sony mit dem Geschäft wirklich glücklich ist. Nein, eine Xbox Mobile ist derzeit nicht in Sicht.

Kommt ein auf mobile Spiele getrimmtes Windows-Mobile-Handy? Ihr Mobilfunkgeschäft richtet sich bisher primär an Geschäftskunden. Da wäre ein mobiler Entertainer doch eine attraktive Ergänzung?

Ob es unbedingt ein Gaming-Handy wird, kann ich nicht sagen. Aber richtig ist, dass wir in Zukunft ein wesentlich breiteres Kundenspektrum ansprechen werden – ganz klar in Richtung Privatanwender.

Das ist bisher die Domäne von Apple, und sogar RIM erregt mit eleganten neuen Blackberry-Modellen wie Bold oder Storm insbesondere bei Privatanwendern großes Aufsehen.

Details kann ich noch nicht verraten, aber in den kommenden zwölf Monaten werden Sie Windows-Mobile-Telefone sehen. Die sind schnell, elegant, unterhaltsam und richtig sexy.

Apple und RIM liefern Hardware und Software, Microsoft dagegen nur Software. Seit Monaten kursieren Gerüchte, Sie entwickelten unter dem Code-Namen „Project Pink“ jetzt auch ein eigenes Mobiltelefon.

Ganz ehrlich, das ist nicht unser Ansatz. Du hast im Prinzip nur die Wahl, konzentrierst du dich – wie Apple – auf die komplette Integration von Hardware, Software und Service zulasten der Produktvielfalt? Oder gehst du mit Partnern und einer großen Palette von Geräten an den Markt. Wir haben uns dafür entschieden, Software und Dienste zu liefern, mit denen sich tolle Telefone bauen lassen. Vier der fünf größten Handyproduzenten nutzen unsere Plattform. Das ist unsere Expertise, dabei bleiben wir.

Kritiker nennen das Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile eher schwerfällig als toll. Die Software gilt als leistungsfähig, aber auch leistungshungrig. Mobilfunktechnik, die Massen begeistert, sieht anders aus.

Das wissen wir. Und glauben Sie mir, das werden wir mit Windows Mobile 7, der nächsten Software-Generation, sichtbar und spürbar ändern.

Hängt die Zurückhaltung in Sachen Hardware auch damit zusammen, dass Ihr letzter Ausflug ins Hardware-Segment, der iPod-Konkurrent Zune, floppte?

In den USA entwickelt sich das Geschäft mit dem mobilen Musikspieler inzwischen ganz ordentlich. Aber der Markt ist ziemlich schwierig, und – vor allem – er wächst nicht mehr. Das unterscheidet ihn vom Mobilfunkgeschäft. Da sehen wir immense Wachstumschancen. Bei reinen MP3-Playern ist das anders. Statt eigene Musikspieler zu kaufen, packen die Leute ihre Musik in Zukunft eher auf ihre Handys.

Zune kommt nicht nach Europa?

Das heißt, dass wir noch immer darüber nachdenken. Es geht ja nicht bloß um die Geräte, sondern auch um den damit verbundenen Musikvertrieb. Der ist in einem zersplitterten Markt wie Europa wesentlich aufwendiger als in den USA.

Statt mit dem Zune kommen Sie mit einem Zune-Phone, einem Musikhandy, nach Europa?

Netter Versuch, aber ich habe ja schon gesagt, dass ich zu den kommenden Handymodellen noch nichts sagen kann – und ich werde es Ihnen auch jetzt nicht verraten. Lassen Sie sich einfach überraschen.

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