Mobile World: Microsoft will den Mobilfunkmarkt aufmischen

Mobile World: Microsoft will den Mobilfunkmarkt aufmischen

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Microsoft-Chef Steve Ballmer

In der Mobilfunkbranche Fuß zu fassen, versucht der Softwareriese Microsoft schon seit vielen Jahren. Der große Erfolg ließ bislang auf sich warten. Nun unternimmt der Konzern einen neuen Anlauf.

Der Software-Konzern Microsoft verstärkt sein Engagement im Mobilfunk. Konzernchef Steve Ballmer kündigte heute auf dem Mobile World Congress in Barcelona das neue Handy-Betriebssystem Windows Mobile 6.5 offiziell an. Die aktuelle Version lautet 6.1. Er präsentierte zudem den „Windows Marketplace“ (Marktplatz) mit Anwendungen für Windows-Handys sowie das Webportal MyPhone, mit dem sich Adressdaten sichern, bearbeiten und auf andere Geräte übertragen lassen.

Alle drei Neuheiten waren allerdings bereits im Vorfeld der Messe durchgesickert. Ein eigenes Microsoft-Handy, wie teils spekuliert wurde, fehlte dagegen. Dass Microsoft mit einem eigenen Mobiltelefon einen neuen Anlauf nehmen würde, um mit den Erzrivalen Apple (iPhone) und Google (G1) gleichzuziehen, darüber war zwar im Vorfeld der Messe kräftig spekuliert worden. Wir erinnern uns: Das vor fast sechs Jahren angekündigte Microsoft-Handy - damals in Kooperation mit T-Mobile - kam nie auf den Markt.

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Microsoft wolle eine einheitliche Plattform schaffen für den Computer, das Handy und das Web, sagte Ballmer, der bei der Präsentation heute sichtlich nicht ganz in Topform war. „Diese Plattform ist Windows.“ Das neue Betriebssystem Windows Mobile 6.5, das im Laufe des Jahres auf den Markt kommt, solle sich ähnlich wie der vom PC bekannte große Bruder bedienen und auf den jeweiligen Nutzer zuschneiden lassen, versprach Ballmer. „Ein Windows-Telefon durchbricht die Barrieren zwischen den Geräten.“

Microsoft setzt also weiterhin auf die alt bekannte Strategie und begräbt - vorerst? - die eigenen Mobilfunk-Ambitionen: Die Partnerschaften mit den Geräteherstellern sind für die Redmonder bislang erfolgreich gewesen. In Zeiten, in denen aufgrund der globalen Wirtschaftskrise der Geräteabsatz sinkt, dürfte diese Haltung wohl auch viel versprechender sein. Dazu passt, dass Steve Ballmer auch drei neue Mobiltelefone vorstellte: zwei vom langjährigen Mitstreiter HTC aus China und eines vom neuen Partner LG Electronics aus Südkorea. „LG und Microsoft werden eine breite Palette an Mobiltelefonen in der ganzen Welt und in allen Preisklassen anbieten“, sagte LG-Chef Skott Ahn.

Öko liegt im Trend

Neue Zielgruppen anzusprechen bei schwächelndem Handy-Absatz, lautet das Gebot der Stunde auch beim weltweit zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen, Samsung. In Barcelona stellte das koreanische Unternehmen heute ein "Öko-Handy" vor, dass seine Energie aus Solarzellen auf der Rückseite gewinnen kann. Außerdem besteht das Gehäuse des Modells „Blue Earth“ aus wiederverwerteten Plastikflaschen. Das Ladegerät, das dem Handy trotz Solarzellen beiliegt, soll besonders stromsparend sein. Mit Hilfe eines eingebauten Schrittzählers wird berechnet, wie viel CO2-Ausstoß der Umwelt dadurch erspart geblieben ist, dass der Nutzer läuft und nicht das Auto nimmt.

Die IT-Branche versucht verstärkt, sich ein umweltfreundliches Gesicht zu geben. Auch mehrere andere Hersteller wollen demnächst solarbetriebene Mobiltelefone auf den Markt bringen. Vergangenes Jahr demonstrierte Nokia in Barcelona den Prototyp eines komplett wiederverwertbaren Handys, das jedoch bisher nicht serienreif ist. Weiter ist dagegen schon Motorola: Das kleine schicke Mobiltelefon, das - samt Verpackung - aus Recycling-Material stammt und später dem Wertstoffkreislauf wieder vollständig zugeführt werden kann, soll demnächst in die Läden kommen.

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